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Kulturelle Vorstellung von "Weiblichkeit"

Weiblichkeit im westlichen Kulturraum

Als Nachwirkung der Frauenbewegung lässt sich heute nur noch begrenzt von einem bestimmenden Rollenbild sprechen. Überblicksweise kann man folgende Ansichten im Kulturraum Mitteleuropas als weit verbreitete Vorurteile über das, was "besonders weiblich" sei, aufführen:

  • Konformität mit dem jeweils (oft nur teilweise) geltenden Schönheitsideal::
    • Aussehen: gepflegte Schlankheit, jedoch Figurbetonung: prominenter Busen (vgl. Brustvergrößerung), schmale Taille (bis hin zur "Wespentaille"), eher üppiger Po; kleine Füße; Langhaarigkeit bei sonst sparsamer bzw. entfernter Körperbehaarung (vgl. dazu Locken, Dauerwelle, Zopf, Haarmensch); makelloser Teint, tadellose Nägel; siehe auch: Lifting, Schönheitschirurgie, Sexbombe;
    • Kleidung: typischerweise Kleid (aber auch: Schürze, Bikinis, Korsagen); schmale; bei Säuglingen lange noch Rosa als Farbe (die gegenüber dem Hellblau für männliche Babys jedoch bis ins Erwachsenenalter von Frauen getragen wird) u. a. m.
  • Konformität mit dem gesellschaftlich erwarteten Geschlechtsrollenverhalten::
    • Verhalten: Freundlichkeit (auch: Mitleid); Fügsamkeit; Heiterkeit (bereitwilliges Lächeln im Gespräch); "soziale" eher als "technische" Fähigkeiten, Handfertigkeit und feinmechanisches Geschick (gegenüber 'männlicher' Kraft und grobmechanischer Patentheit); Spontaneität (gegenüber 'männlichem' Organisationsgeschick); Zaghaftigkeit (gegenüber 'männlichem' Mut); zurückhaltende, wenig ausladende Bewegungen, gesenkter Blick.
    • Arbeitsleben: kein Ergreifen körperlich anstrengender und gefährlicher Berufe, dafür Berufe wie Krankenschwester oder Lehrerin in denen Sozialkompetenz wichtig ist (vgl. hier auch: Hausfrau und "Häuslichkeit").

Dem gegenüber tritt, im Gegensatz zu den meisten anderen Kulturen, seit dem 20. Jahrhundert "Fruchtbarkeit" zurück, obwohl die Diskussionen um mehr Kinder (vor allem der eigenen Nation) immer wieder auftauchen (d. h. Kinderreichtum - vgl. Fertilität, Fruchtbarkeitssymbole, Oligoteknie, Venus von Willendorf).

Auffallend ist, dass die Farben Rosa und Pink stets mit Weiblichkeit assoziiert werden, und daher bei Männern Bekleidung in diesen Farben eher als "unmännlich" oder "schwul" gilt.

Weiblichkeit im Islam

Zur theologischen Grundlegung

Der Koran erkennt die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau (Fürwahr, eure Aufgabe ist in der Tat verschieden. Sure 92:4) und betont die Unterordnung der Frau unter den Mann (Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah die einen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen hingeben. Sure 4:34, Doch die Männer stehen eine Stufe über ihnen. Sure 2:228). Zu der Unterschiedlichkeit gehört, dass es Aufgabe der Frau sei, Nachwuchs zu gebären (Eure Frauen sind ein Saatfeld für euch; darum bestellt euer Saatfeld wie ihr wollt. Sure 2:223), während der Mann für den Unterhalt zuständig ist. Soziale Sanktionen gegen Ehefrauen werden gerechtfertigt (''Und jene, deren Widerspenstigkeit ihr befürchtet: Ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!' Sure 4:34).

Reale Kulturdifferenzen

In der Realität weitgehend islamischer Gesellschaften sind durchaus unterschiedliche Frauenrollen aufzufinden, wenn man sich vergleichend z.B. Algerien, dem nördlichen Nigerien, Saudi-Arabien, Pakistan oder Indonesien zuwendet. Auch innerhalb einzelner Staaten - etwa Ägyptens - finden sich große Differenzen zwischen einer Weltstadt wie Kairo und den Beduinen der Wüste. Alle diese Differenzen sind auch in anderen Kulturkreisen auffindbar, etwa Nordeuropas oder Chinas, wenngleich mit anderen sozialen Differenzierungen.

Feminismus

Die wesentliche Kritik des islamischen Feminismus am westlichen ist dessen Postulierung einer Gleichheit zwischen Mann und Frau, die es so gar nicht gebe, und die in der Praxis nur dazu führe, dass Frauen an männlichen Maßstäben gemessen würden (z. B. Erfolg im Beruf und Karriere). Solche Kritik ähnelt durchaus einigen christlichen oder konservativen Standpunkten im 'Westen'.

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