Weib

Weib ist ursprünglich in gehobener Sprache der Paar-Begriff zum "Mann " (so in Mozarts Zauberflöte: Mann und Weib und Weib und Mann / Reichen an die Gottheit an ). Wib (ahd./mhd.), die Verhüllte , meinte die Frau der niederen Schichten, während frouwe ("Frau ") überwiegend Vertreterinnen des Geschlechts aus dem Adel, später auch reichen Patrizierinnen vorbehalten war. Heute wird diese Ausdrucksweise kaum noch verwendet, wenn man von einer weiblichen Person spricht. Aus dem Deutschenspiegel:

Der man ist auch vormunt sînes wîbeszehant als si im getriuwet ist.Daz wîp ist auch des mannes genozinnezehant als si an sîn bette tritna des mannes dode is se ledich van des mannes rechte.

Seit dem Vordringen der höflichen Bezeichnung "Dame" (aus dem Französischen) im 19. Jahrhundert wird "Weib" oft abwertend (pejorativ) gebraucht ("dummes Weib", "Weibergeschwätz"). In Dialekten wie etwa dem Bairischen oder dem Walliserdeutschen und dem Schwäbischen hat es diesen Bedeutungswandel noch nicht ganz hinter sich.

In bestimmten Zusammenhängen jedoch und auch in der Umgangssprache kann Weib nach wie vor positiv besetzt sein, zum Beispiel beim "Prachtweib".

Literatur

  • Wilhelm Bode: Weib und Sittlichkeit in Goethes Leben und Denken . Berlin: Mittler, 1916, XV, 343 S.
  • Georg Buschan: Im Anfang war das Weib. Neue Beiträge zur Menschen- und Völkerkunde ; 3 Bände. Dresden: C. Reissner, 1927, Bd. 1: 415 S., Bd. 2: 420 S., Bd. 3: 343 S.
  • Albert Friedenthal: Das Weib im Leben der Völker . Mit Geleitwort von Ferdinand Frh. von Reitzenstein. 2 Bände. Berlin-Grunewald: Verlagsanstalt H. Klemm, 1910, XXX , 664 S.; 2. - 3. verm. u. verb. Auflage, 1922
  • Max Glage: Das Weib schweige in der Gemeinde! Eine zeitgemäße Warnung vor der Frauenrechtsbewegung in unserem deutschen Christenvolk gewidmet den deutschen Männern in eiserner Zeit . Hamburg: Rauhes Haus, 1915, 88 S.
  • Florence Hervé, Elly Steinmann, Renate Wurm (Hrsg.): Das Weiber-Lexikon. PapyRossa 1994, ISBN 3894380470
  • Mathilde v. Kemnitz: Das Weib und seine Bestimmung. Ein Beitrag zur Psychologie der Frau und zur Neuorientierung ihrer Pflichten . München: Reinhardt, 1917, 191 S. - Mathilde v. Kemnitz ist die spätere Mathilde Ludendorff

Siehe auch

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