Wehrmachtsbordell

Wehrmachtsbordelle und SS-Offiziersbordelle , derer sich deutsche Soldaten und SS-Angehörige bedienen konnten, wurden durch die Wehrmachtsführung während des Zweiten Weltkrieges in den besetzten Gebieten sowie auch innerhalb von Deutschland eingerichtet.

Gründe

Die Etablierung wehrmachtseigener Bordelle wurde als seuchenhygienische Maßnahme deklariert, um die Soldaten vor Geschlechtskrankheiten zu schützen. Die dort arbeitenden Frauen wurden regelmäßig Untersuchungen auf etwaige Krankheiten unterzogen. Kontakt zu anderen Frauen wurde unterbunden, um die Soldaten nicht zu gefährden. Es spielten dabei auch sicherheitspolizeiliche Motive eine Rolle . So befürchtete die Wehrmachtsführung, französische Widerstandsgruppen könnten Agentinnen auf deutsche Soldaten ansetzen. Zudem sollten private Beziehungen zur Bevölkerungen vermieden werden, um die Autorität der Truppe zu wahren.

Vorkommen

Bis 1942 gab es in Frankreich und Osteuropa bereits mehr als 500 dieser Bordelle. In einem Bericht des Feldkommandanturarztes aus dem französischen Angers vom November 1940 heißt es: "Die Bordelle wurden in 14 Tagen von 8.948 Soldaten besucht, von denen 2.467 den Geschlechtsverkehr ausübten."

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese staatlich errichteten Wehrmachtsbordelle und Lagerbordelle tabuisiert und totgeschwiegen, und waren der deutschen Öffentlichkeit zumeist unbekannt.

Siehe auch

  • Trostfrauen , Zwangsprostituierte in japanischen Armeebordellen während des Zweiten Weltkriegs

Weiterführende Informationen

Literatur

Prostitution im Nationalsozialismus

  • Christa Paul: Zwangsprostitution . Staatlich errichtete Bordelle im Nationalsozialismus. Edition Hentrich, ISBN 3-89468-141-1
  • Gabriele Czarnorwski: Frauen - Staat - Medizin. Aspekte der Körperpolitik im Nationalsozialismus. In: Frauen zwischen Auslese und Ausmerze. Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis. Nr. 14, 1985

Wehrmachtsbordelle

  • Insa Meinen: Wehrmacht und Prostitution im besetzten Frankreich. Edition Temmen, Bremen 2002
  • Helke Sander, Barbara Johr: BeFreier und Befreite : Krieg, Vergewaltigung , Kinder; Frankfurt am Main, 2005, S.74ff

Weblinks