Was nützt die Liebe in Gedanken

Das Drama Was nützt die Liebe in Gedanken ist ein deutscher Film aus dem Jahr 2004, der auf einer wahren Begebenheit beruht.

Hintergrund

Die so genannte "Steglitzer Schülertragödie" ereignete sich im Jahr 1927. Günther Scheller und Paul Krantz hatten einen Selbstmörderclub gegründet und sich selbst auferlegt, dann aus dem Leben zu scheiden, wenn sie keine Liebe mehr empfänden. Günther Scheller hatte demnach am 28. Juni 1927 zuerst seinen Geliebten Hans Stephan und danach sich selbst getötet. Der spektakuläre Prozess interessierte auch das europäische Ausland, sowie Amerika und Japan. Während des Prozesses wurden Günthers Schwester Hilde Scheller und Paul Krantz als Exempel einer moralisch zerrütteten Jugend dargestellt, die ausschweifend und übermäßig früh sexuell aktiv sei. Paul Krantz wurde wegen Mordes und Anstiftung zum Mord angeklagt, jedoch letztendlich in allen relevanten Punkten freigesprochen.

Bereits 1929 wurde der tragische Stoff das erste Mal verfilmt: Carl Boeses Film "Geschminkte Jugend" wurde erst nach reiflicher Überlegung von der Berliner Film-Oberprüfstelle freigegeben. Eine zweite Verfilmung von Max Nosseck folgte 1959 unter dem gleichen Titel, wurde allerdings wegen eines Einspruchs der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft vom Produzenten zurückgezogen.

Handlung

Berlin 1927, ein heißes Wochenende im Sommer. Paul Krantz, der junge, aus einer Arbeiterfamilie stammende Poet, und Günther Scheller, der wilde und sehnsuchtsvolle Sohn einer im reicheren Bürgertum angesiedelten Familie, beide Gymnasiasten, verbringen ein rauschendes Fest im Sommerhaus der Schellers, bei dem nicht nur Absinth getrunken und über Poesie und Begehren gesprochen wird, sondern auch die Gefühle der Protagonisten durcheinander geraten, sich verirren und schließlich überschäumen. Paul liebt Günthers sexuell freizügige Schwester Hilde, die wiederum viele liebt und sowohl auf Pauls Gefühle einzugehen scheint, als auch ein Verhältnis zu dem Koch Hans pflegt. Dieser hingegen ist eigentlich mit Hildes Bruder Günther zusammen, der aber vom Verhältnis zwischen seinem Freund und seiner Schwester Hilde weiß. Zusätzlich ist auch noch Hildes Freundin Elli in Paul verliebt , der in ihr aber nur einen schlechten Ersatz für Hilde sieht.

Paul und Günther verbinden insbesondere die Gedanken um Sterben und Liebe und um jenen "höchsten Punkt im Leben" . Die Liebe ist für sie "der einzige Grund, für den wir zu sterben bereit sind". So inspiriert gründen sie einen Selbstmörderclub, in dessen Manifest die beiden Freunde gemeinsam festhalten, "unser Leben in dem Augenblick zu beenden, in dem wir keine Liebe mehr empfinden. Und wir werden all diejenigen mit in den Tod nehmen, die uns unserer Liebe beraubt haben." Und so erschießt Günther Hans, nachdem er diesen mit Hilde im Bett entdeckt hatte, und anschließend sich selbst. Paul jedoch, der eigentlich folgen sollte, wird verhaftet.

Kritik

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