Verliebtheit

Verliebtheit oder auch Limerenz ist ein Gefühl der Hingezogenheit zu einer anderen Person, das nach einer gewissen Zeit abflauen kann und dann möglicherweise in Liebe übergeht.

Psychologie

Verliebtheit wird in der Sozialpsychologie ein Phänomen der passionierten Liebe betrachtet und äußert sich durch ein intensives Verlangen nach einer anderen Person, das von körperlicher Erregung ( Schmetterlinge im Bauch) begleitet sein kann. Verliebtheit geht in der Regel mit Sehnsucht nach einer Person einher.

Als Hauptgründe für den Vorgang des Sich-Verliebens werden beiderseitige Sympathie und physische Attraktivität genannt. Aron schrieb dazu, es scheine als würden Menschen auf eine für sie attraktive Person warten, um dann etwas zu tun, was sie als "die andere Person mögen" interpretieren können. Als zusätzliche Faktoren können auch die Ähnlichkeit zu oder die Häufigkeit der Interaktion mit einer anderen Person herangezogen werden. Diese Faktoren mögen in der Zeit bevor man sich verliebt eine Rolle spielen, da sie den Kreis der "akzeptablen" Personen einschränken.

Duck befand, dass der wichtigste Prädiktor romantischer Anziehungskraft physische Attrakivität ist, gefolgt von der eigenen Ähnlichkeit mit der anderen Person. Duck ging davon aus, dass die Qualität der Konversation ebenfalls ein möglicher Prädiktor von romatischer Anziehung sein kann, allerdings ließ sich diese Vermutung experimentell nicht bestätigen, weder bei Männern noch bei Frauen. Somit scheint es, dass physische Attraktivität und Ähnlichkeit weitaus wichtiger sind als der Inhalt von Gesprächen..

Biologie

Neuere Theorien vermuten, dass der Geruchssinn entscheidend daran beteiligt sein könne, ob und in wen wir uns verlieben. Auf unbewusster Ebene könne das Gehirn über den Eigengeruch einer anderen Person erkennen, wie das Immunsystem des anderen beschaffen sei. Ist es komplementär zum eigenen, haben die Nachkommen die größte Chance auf ein wehrhaftes Immunsystem. Sprichwörter wie "Gegensätze ziehen sich an" oder "jemanden nicht riechen können", wären dann sinnesphysiologisch bestätigt. Doch unsere Kenntnisse über die olfaktorische Wahrnehmung und das Immunsysten sind bei weitem nicht ausreichend um derartige Spekulationen zu erhärten.

Im Gesamtkomplex Verlieben und Liebe sind Veränderungen bei Neurotransmittern und Neurohormonen gefunden worden. Das Gehirn eines Verliebten unterliegt einer gesteigerten Produktion des Belohnungs-Neurotransmitters Dopamin, der den Verliebten in die Lage versetzt, einige Anstrengungen auf sich zu nehmen, auf Essen und Trinken zu verzichten und kaum Schmerzen zu empfinden. Auch Adrenalin (sorgt für die Aufregung) tritt verstärkt in Erscheinung. Hingegen sinkt der Serotoninspiegel (Glückshormon) stark ab und dieses ähnelt dem Zustand bei einem psychisch Kranken.

Das alles trägt dazu bei, dass Verliebte sich zuweilen in einem Zustand fast völliger Unzurechnungsfähigkeit befinden, sich zu irrationalen Handlungen hinreißen lassen und Hemmschwellen abbauen. Das Hormon Oxytocin, das beim Sex vermehrt gebildet wird, aber auch bei der Geburt eine wichtige Funktion hat, scheint bei der Entwicklung von engen zwischenmenschlichen Bindungen eine Rolle zu spielen. Nach einiger Zeit (1 bis 3 Monate) gewöhnt sich das Gehirn an diese Veränderungen und beendet ganz allmählich den Rausch der Sinne. Wenn sich die Verliebtheit dann nicht weiterentwickelt hat, werden die so entstandenden Paarbeziehungen instabil.

Biologisch muss das Phänomen so gedeutet werden, dass es zur Vorbereitung auf den sexuellen Bestandteil des Lebens dient und mit einiger Sicherheit auch bei anderen Tierarten stattfindet. (Man denke an die "Kopflosigkeit" einiger heimischer Tierarten während der Brunstzeit.) Ethophysiologisch scheint es Bestandteil der umstrittenen "Black Box" im Zwischenhirn zu sein, die die vielfältigen Lebensäußerungen des Lebewesens auf neurale und neuroendokrine Art und Weise steuert. Entsprechend zu dem geringen Bewusstheitsanteil, dem diese archaischen Instanzen des Gehirns unterliegen, empfindet mitunter der betroffene Mensch, über den etwas gleichermaßen Unheimliches wie Schönes hereinbricht, dem er ausgeliefert scheint.

Dementsprechend macht sich die Verliebtheit in körperlichen Phänomenen bemerkbar, die alle dem vegetativen System zuzuordnen sind. So fühlen sich Betroffene anfangs oft fast krank, weil sie an Appetitlosigkeit, schweißigen Händen, rasendem Puls und teilweise auch an Schlaflosigkeit leiden. Die Gedanken des Verliebten kreisen fast ununterbrochen um die geliebte Person. Durch diesen Stresszustand, der anscheinend sogar das Immunsystem stärken soll, kann es auch kommen, dass die Betroffenen vorübergehend ebenfalls unter Verdauungsproblemen, wie Durchfall leiden. Obwohl dieser Zustand am Anfang eher beängstigend als erfreulich wirkt, wird, sobald sich herausstellt, dass die Verliebtheit auf Gegenseitigkeit beruht, das Ganze als sehr positive Erfahrung gewertet.

Ethnologie

Literatur

Weblinks

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