Verbalerotik

Verbalerotik ist die eher abwertend verwendete Bezeichnung für ein Interesse am Reden oder Prahlen über sexuelle Phantasien und (angebliche) Sexualerlebnisse, das die tatsächliche sexuelle Erfahrung aller Vermutung nach übertrifft.

Praxis

Die Verbalerotik kann als Ersatzhandlung (geringer Befriedigungswert) für den selbstunsicheren und gehemmten Sexualprotz dienen, um dessen Zuhörern interessant zu erscheinen, deren Zuwendung zu erlangen und so die eigenen Minderwertigkeitskomplexe zu überspielen. Verbalerotiker, meist Männer ohne erfüllte Paarbeziehung, vergröbern schamlos - oder erfinden - eine sexuelle Beziehung gegenüber den Zuhörern und nehmen dabei keine Rücksicht auf die Frau . Die oft anschaulich-derben und obszönen Prahlereien verletzen gleichzeitig gesellschaftliche Tabus.

Durch die sexuelle Liberalisierung und das Überangebot an öffentlicher Sexualität gibt es für die Verbalerotik und den Sexualprotz heute kaum noch eine entsprechende Gesellschaft und somit auch keine gesellschaftliche Bedeutung mehr.

Jugendliche nehmen durch ähnliche Prahlereien erhoffte Sexualkontakte vorweg.

Künstlerische Rezeption

Verbalerotik wird gelegentlich bei künstlerischen und kulturellen Ausdrucksformen als provokantes Stilmittel eingesetzt, insbesondere bei solchen Veranstaltungen mit direktem Zuschauerkontakt, wie im Theater, bei Performances usw.; aber auch im Film.

Siehe auch Erotische Literatur , Erotikfilm

Siehe auch

Verwandte Themen

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