Unzucht

Der Begriff Unzucht bezeichnet abwertend ein menschliches Sexualverhalten, das gegen das in einem speziellen kulturellen oder religiösen Kontext empfundene, angenommene oder vorgegebene allgemeine Sittlichkeits- und Schamgefühl verstößt. Die hierbei vorliegende Kontextabhängigkeit kann sowohl von einem säkularen als auch von einem theologischen Umfeld geprägt werden und ist durch die Sittengeschichte hindurch nicht einheitlich definiert. Historisch gesehen steht Unzucht allgemein für eine aktive Handlung, die den Menschen vom Status der Reinheit in den Status der Unreinheit führt. In der Regel geht das Urteil über ein als Unzucht angesehenes Verhalten mit sozialer Ächtung oder Bestrafung einher.

Gegenwart

Die Sprache der Gegenwart hat sich von dem Wort "Unzucht" verabschiedet. Gleichwohl ist der Sachverhalt, dass durch bestimmte menschliche Verhaltensweisen soziale Normen und Tabus gebrochen werden und auf heftigen emotionalen Widerstand stoßen, ungebrochen vorhanden. Solche Verhaltensweisen werden als eklatante Verletzungen des sozialen Miteinanders angeprangert. Sie werden jedoch anders bezeichnet.

Unter Strafe gestellt bleiben etwa der Sexuelle Missbrauch von Kindern, die Vergewaltigung , die Kinderpornografie , die sexuelle Nötigung, der Inzest und die Verbreitung von Zoophilie (Sex mit Tieren). Mitunter werden Sadismus bzw. Masochismus sowie teilweise auch Fetischismus als sexuelle Deviationen bezeichnet und dann ebenfalls der Unzucht zugerechnet. Der Besuch von Bordellen bzw. das Fremdgehen wird nur teilweise als Unzucht angesehen.

Bis in die 1960er Jahre wurden in westlichen Ländern z.B. die Masturbation , der voreheliche Geschlechtsverkehr , Homosexualität und Ehebruch als Unzucht bezeichnet. Diese Einordnung ist je nach religiösem und ethischem Umfeld auch heutzutage anzutreffen. Entsprechende Spielarten der Sexualität werden aber in den westlichen Ländern im Rahmen der kulturellen Liberalisierung und des Prinzips der sexuellen Selbstbestimmung nicht mehr strafrechtlich verfolgt.

In anderen Kulturen ist die Unzucht auch heute noch geächtet und wird teilweise bestraft. In China beispielsweise wurde noch vor einigen Jahren onanierenden Jugendlichen empfohlen, "weite Unterwäsche zu tragen, harte körperliche Arbeit zu verrichten und die Schriften Mao Zedongs zu studieren".

In vielen afrikanischen und asiatischen Staaten wird erwartet, dass ein Mädchen "unberührt" als Jungfrau in die Ehe geht. Dort gilt Sex vor der Ehe als Unzucht und ist mit gesellschaftlichen Tabus belegt. Ist die Ehre der Familie durch einen Verstoß beschmutzt, muss sie wiederhergestellt werden, etwa durch die Bestrafung oder die Verstoßung der Frau . Die Genitalverstümmelung soll unter anderem die Unzucht des Mädchens bzw. der Ehefrau zu verhindern oder einzudämmen helfen.

Auch in islamischen Staaten wird die Unzucht nicht gerne gesehen. Vielerorts wird sie sozial geächtet und die unzüchtige Person gemieden. Teilweise, etwa in Saudi-Arabien, im Sudan, im Iran, im Norden Nigerias und im Jemen wird sie zudem schwer bestraft, beispielsweise mit der Steinigung für Ehebruch oder für Analverkehr .

Rechtslage in westlichen Ländern

Islam

Altes Testament

Geschichtliche Relativität

Historischer Umgang mit Unzucht

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