Ungewollte Erektion

Die Ungewollte oder Unwillkürliche Erektion des männlichen Penis bezeichnet den Vorgang einer Erektion, die entgegen dem Freien Willen der Persönlichkeit entsteht. Neben innerpersönlichen Konflikten wird dabei vor allem eine mögliche oder tatsächliche Sichtbarkeit der Ungewollten Erektion für die Mitmenschen als Problem empfunden.

Als Zeugnis von mangelnder Beherrschung des eigenen Körpers durch den Willen ist die Ungewollte Erektion somit eine spezielle Form der Körperscham. Neben vor allem in der Pubertät mehrmals täglich auftretenden Spontanerektionen sind auch vereinzelt Erektionen in Angst- oder Stresssituationen belegt. Hinreichend dokumentiert sind mögliche Erektionen bei männlichen Opfern während eines Sexuellen Missbrauchs.

Leserbriefe in Jugendmagazinen und Beiträge in Internetforen belegen die Scham vor allem unaufgeklärter Jugendlicher bzgl. Ungewollter Erektionen und die Unsicherheit, ob diese auf bestimmte oder abnorme sexuelle Veranlagungen hinweise. In deutschen und US-amerikanischen Aufklärungsbüchern wird demgegenüber zumeist auf die hormonbedingte Häufigkeit und Spontaneität der Erektion hingewiesen und empfohlen, ihnen situationsbedingt mit Selbstbewusstsein zu begegnen, jedoch nicht absichtlich zur Schau zu stellen.

Verhaltensempfehlungen für Urologen und Hautärzte legen bei Untersuchungen im Intimbereich eine erhöhte Sensibilität und im Falle der ungewollten Erektion beruhigende bzw. aufklärende Worte an den männlichen Patienten nahe.

Eine gesundheitsschädliche und sofort behandlungsbedürftige Dauererektion wird hingegen als Priapismus bezeichnet.

Historische Zeugnisse

Aus unterschiedlichen Kulturen und Epochen finden sich Positionen zur Ungewollten Erektion , so schrieb Leonardo da Vinci über "das eigene Empfinden und einen vom Menschen unabhängigen Verstand" des Penis .

Augustinus von Hippo führte gleichsam mit der sexuellen Lust auch explizit die Ungewollte Erektion auf den Sündenfall im Paradies zurück. Die Äußerung Jesu Christi gegenüber den Sadduzäern im Lukasevangelium (Kap. 20, Vers 35) kann auch übersetzt werden als Prophezeiung, die Engel würden nach ihrer Auferstehung von den Toten nicht länger von Erektionen und Libido heimgesucht werden.

Bei einigen im Alltag nacktgehenden "Naturvölkern" finden sich Zeugnisse über Vermeidungstechniken dieser stets mit Scham verbundenen Körperreaktion, so bei den Nambikwara und den Kwoma (Neuguinea), wo Knaben im frühen Alter die Kontrolle über die sichtbare Erektion durch Bestrafung und Beschämung beigebracht wird.

Ebensowenig toleriert die traditionelle Nudistenbewegung, zu deren Grundsätzen laut Richard Ungewitter die Abgrenzung von Nacktheit zur Erotik zählte, öffentliche Erektionen . Vielmehr sind diese mit Tabu und Ächtung belegt. In diesem Zusammenhang wird im vereinsgebundenen FKK oft auf die Scham der pubertierenden Knaben geachtet, so bereits 1923 bei der "Orthopädischen Nacktgymnastik Adolf Kochs , wo die 10 - 14jährigen Mädchen nackt waren, die Knaben jedoch Badehosen trugen.

Auf vielen Gefäßmalereien der Moche-Kultur Alt-Perus wurde folgende Szene dargestellt: Ein Gefangener wird von einem Krieger an einem Strick geführt, der um seinen Hals gelegt und eng zugezogen ist. Durch das Strangulieren bekam der Gefangene eine Erektion , die er schamhaft mit der Hand zu verdecken versucht. Sehr wahrscheinlich war er für ein Zeremonienopfer vorgesehen.

Rezeption in den Medien

Rechtliches

Literatur

Siehe auch

Weblinks

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