Syphilis

Syphilis , auch Lues , Lues venerea , harter Schanker oder Franzosenkrankheit genannt, ist eine ansteckende Geschlechtskrankheit, die von dem Bakterium Treponema pallidum verursacht wird. Syphilis wird bei sexuellen Handlungen durch Schleimhautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Während der Schwangerschaft und bei der Geburt kann eine erkrankte Mutter ihr Kind infizieren (Syphilis connata ). Das Erscheinungsbild der Krankheit ist vielfältig. Typisch ist ein Beginn mit schmerzlosen Schleimhautgeschwüren und Lymphknotenschwellungen. Bei einem Teil der Infizierten kommt es zu einem chronischen Verlauf, der durch vielfältigen Haut- und Organbefall gekennzeichnet ist. Im Endstadium kommt es zur Zerstörung des zentralen Nervensystems. Die Diagnoserstellung geschieht hauptsächlich durch den Nachweis von Antikörpern. Die Syphilis ist durch die Gabe von Antibiotika, unter anderem Penicillin, heilbar. Deren Erfindung führte zu einem deutlichen Rückgang der Syphilis im 20. Jahrhundert. Seit den 1990er Jahren ist jedoch wieder ein Anstieg der Erkrankungszahlen feststellbar. Der Nachweis einer aktiven Infektion ist nach Infektionsschutzgesetz ohne Nennung des Namens meldepflichtig.

Etymologie

Das Wort Syphilis findet sich erstmals 1530 im Titel eines Gedichtes des veronesischen Arztes Girolamo Fracastoro , welcher mit "Schweine liebend" übersetzt werden kann "lieben") . Den Namen Syphilus hat Fracastoro vermutlich der antiken Mythologie entlehnt. Bei Ovid heißt der zweite Sohn der Niobe Sipylus . Weshalb er diesen Namen auswählte, ist unbekannt.

Das Wort lues (lat.) bedeutet "Seuche", "Unheil"; venereus entstammt dem humanistischen Latein, leitet sich von venus "Liebeslust", "Liebesgenuss" her und bedeutet "den Geschlechtsverkehr betreffend".

Daneben sind aus der Geschichte mehrere hundert andere Namen für die Syphilis überliefert. Diese bezogen sich auf das äußere Erscheinungsbild (Morbus pustulatus ), auf abgefallene Körperteile, auf Heilige (Hiob, Rochus und andere), auf vermeintliche Ursachen (Lues venera , Lues aphrodisiaca ) oder auf das vermeintliche Herkunftsland. So ist die Syphilis unter anderem napolitanische, italienische, französische, spanische, kastilische, englische, schottische oder polnische Krankheit genannt worden.

Erreger

Treponema pallidum subspecies pallidum ist ein gramnegatives Bakterium der Gattung Treponema in der Familie der Spirochaetaceae. Treponema pallidum ist spiralig gewunden. Im Dunkelfeldmikroskop, das auch zum Nachweis dient, zeigt es Rotationen um die Längsachse und Beugebewegungen, jedoch keine selbstständige Fortbewegung. Die Replikationszeit beträgt etwa 36 Stunden.

Der einzige Reservoirwirt ist der Mensch, für den es zwingend (obligat) krankheitserregend (pathogen) ist. T. pallidum überlebt außerhalb des Körpers nur kurze Zeit, reduzierte Sauerstoffkonzentration verlängert das Überleben (mikroaerophiles Bakterium). Eine in vitro-Kultur von Treponem pallidum ist nicht möglich, da es Nährstoffe aus dem menschlichen Organismus benötigt, die es nicht selbst produzieren kann. Lediglich in Kaninchenhoden gelingt eine Anzucht.

Neben Treponema pallidum umfasst die Gattung Treponema weitere für den Menschen pathogene (schädliche) Erreger: T. pallidum ssp. endemicum verursacht in Afrika und im mittleren Osten die endemische Krankheit Bejel , auch nichtvenerische oder extragenitale Syphilis genannt (s. u.). T. pallidum ssp. pertenue verursacht in Afrika, Asien und Lateinamerika die Frambösie, eine langwierige Infektionskrankheit, die mit Haut- und Knochenveränderungen (-manifestationen) einhergeht. Treponema carateum verursacht in Zentral- und Südamerika die Pinta . Diese ist eine Hauterkrankung mit rezidivierenden hyperpigmentierten Läsionen vorwiegend an Armen und Beinen, die narbig verheilen. T. vincentii kann im Rahmen einer Mischinfektion eine Plaut-Vincent-Angina verursachen.

Nichtpathogene Treponema-Arten sind T. denticola, T. minutum, T. refringens und T. phagedenis , die in der normalen Standortflora des Mundes, Verdauungstraktes sowie der Geschlechtsorgane zu finden sind. Bei einem mikroslopischen Erregernachweis können sie zu einer Verwechslung beitragen.

Übertragung

Häufigkeit

Klinisches Bild

Diagnostik

Therapie

Prävention

Geschichte

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Verwandte Themen

Index: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Syphilis" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Syphilis&action=history