Snuff-Film

Snuff-Film (v. engl. to snuff out = jemanden auslöschen) bezeichnet die filmische Aufzeichnung eines Mordes, der zum Zweck der Unterhaltung des Zuschauers und mit kommerzieller Absicht begangen wurde.

Der Zweck des Mordes selbst ist seine Aufzeichnung. Die Aufzeichnungen der Ausführung eines Mordes, die jedoch keine unterhaltende und kommerziellen Absichten verfolgen, bezeichnet man hingegen nicht als Snuff . So sind Hinrichtungsvideos (z. B. die Enthauptung von Nicholas Berg, politische Absicht), zufällige Aufnahmen (z. B. das Attentat auf John F. Kennedy) oder die Aufzeichnung von selbst begangenen Straftaten (z. B. Video vom Fall des „Kannibalen“ Armin Meiwes, ohne kommerzielle Absichten) nicht zu den Snuff-Filmen zu zählen. Das Gleiche gilt für den reißerischen Dokumentarfilm Gesichter des Todes (1978).

Auch wenn oft verbreitet wird, es sei noch nie ein echter Snuff-Film sichergestellt worden, gibt es zumindest einen nachgewiesenen Fall. Ein 30-jähriger Russe vertrieb kinderpornographische Videos über das Internet, in denen teilweise auch Kinder vor laufender Kamera zu Tode gefoltert wurden. Ebenfalls im Verdacht, der Produktion von Snuff-Filmen zu dienen, steht die seit Jahren andauernde Mordserie an Frauen und Mädchen in Guatemala. Nachgewiesen werden konnte dies aber bisher nicht.

Snuff im Film

Der Name dieses angeblichen Genres stammt von El Ángel de la muerte, einem argentinischen Horrorfilm, der 1976 in den USA mit dem Titel Snuff auf den Markt kam. In einer der Szenen sollen angeblich die Macher des Films eine der Darstellerinnen brutal umgebracht haben. Dies war aber eine rein fingierte Marketingaussage.

  • 1976 erschien der Film Emanuelle in America. In der Originalversion schaut sich Laura Gemser einen Snuff-Film an. Jahrelang hielt man diese Aufnahmen für echt, in Wirklichkeit sind sie inszeniert.
  • Im Jahr 1977 drehte der spanische Regisseur Jess Franco den Film Greta - Haus ohne Männer mit Dyanne Thorne, dem Star der Ilsa-Reihe. Der Snuff-Mythos ist hier ebenfalls Thema.
  • David Cronenberg hat im Jahre 1983 den medienkritischen Film Videodrome (Kanada) gedreht. Darin spielt ein Snuff-Sender, der von dem Fernsehprogramm-Gestalter Max Renn (James Woods) auf dessen Suche nach neuen Programmideen mitgeschnitten wird, eine große Rolle .
  • 1985 war Snuff in 2 Filmen aus der japanischen Filmreihe Guinea Pig das Thema der Handlung. In ''The Devil's Experiment wird eine Frau von einer Männergruppe zu Tode gefoltert. In Flower of Flesh and Blood'' wird eine Frau zerstückelt. Der Schauspieler Charlie Sheen hielt dies für die Darstellung eines echten Mordes, was zu einer groß angelegten Ermittlung des FBI führte, mit dem Ziel herauszufinden, ob der dargestellte Mord echt sei.
  • Bereits 1994 wurde das Thema in dem Film Stumme Zeugin von Anthony Waller behandelt, in dem eine versehentlich in einem Moskauer Filmstudio eingeschlossene Maskenbildnerin Zeugin einer Snuff-Filmproduktion wird.
  • In Strange Days werden auch zufällig mitgeschnitte Todesszenen als Snuff-Filme bezeichnet.
  • In dem Thriller Tesis – Faszination des Grauens (1996), dem ersten Spielfilm von Alejandro Amenábar, stößt die Filmstudentin Angela bei den Arbeiten an ihrer Examensarbeit auf das Thema Snuff und entdeckt nach und nach das Geheimnis einiger Lehrer und Studenten an ihrer Universität, welche im Geheimen mörderische Videos drehen und teuer vertreiben.
  • Im Regiedebüt von Johnny Depp The Brave (1997) geht es um einen Indianer, der seiner von Armut gebeutelten Familie mit einer 50.000 Dollar-Summe aus einem Snuff-Film-Projekt helfen will.
  • Oxide Pang Chun griff die Thematik Snuff in seinem Film Ab-normal Beauty aus dem Jahr 2004 auf. Jiney, eine junge Fotografin, entdeckt durch einen Autounfall ihre Obsession für den Tod und macht ihm zum Gegenstand ihrer Fotos. In der letzten halben Stunde des Films tauchen dann Snuff-Videos auf, die sehr realistisch dargestellt werden.
  • In der vierten Folge der Animeserie Hellsing kämpft der Protagonist Alucard gegen einen Verräter in den eigenen Reihen - und stößt dabei eher zufällig auf eine gerade laufende Snuffproduktion. Am Ende der Folge stellt er fest, dass nur Menschen das Hobby haben, vergnügt zuzusehen, wenn ihres Gleichen abgeschlachtet wird.
  • Der bisher breitesten Öffentlichkeit wurde das fiktive Genre durch den Film 8mm – Acht Millimeter mit Nicolas Cage bekannt. In dem Film geht es um einen Privatdetektiv, der von einer Witwe eines reichen Mannes beauftragt wird, herauszufinden, ob ein bei den Unterlagen ihres verstorbenen Mannes gefundener 8mm-Film tatsächlich einen echten Mord zeigt.
  • 2007 - im Kinofilm "Motel" geht es um 2 Touristen, die Videobänder finden auf denen zu sehen ist wie Menschen im gleichen Motelzimmer getötet wurden in dem sie sich befinden.

„Snuff“ in Büchern

„Snuff“ in Computerspielen

Literatur

Weblinks

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