Sexualpraktik

Als Sexualpraktik (sexuelle Praktiken) werden alle Handlungen bezeichnet, die subjektiv dem Erreichen sexueller Lust dienen und auf die sexuelle Befriedigung zielen (früher als Sexualtrieb bezeichnet).

Darunter fallen nicht nur offensichtlich sexuelle Handlungen, wie die Manipulation der Genitalien, sondern alles, was für die Beteiligten sexuell stimulierend ist. Viele dieser Praktiken können daher auch in nichtsexuellen Zusammenhängen auftauchen (zum Beispiel der Kuss ).

Sexuelle Praktiken bei Säugetieren

Betrachtet man die gesamte Klasse der Säugetiere, ist wohl die häufigste sexuelle Praktik der vaginale Geschlechtsverkehr in der a tergo Stellung und im weiteren Sinne Balzrituale, also fortpflanzungsorientierte Techniken. Evolutionsforscher bewerten die selten beobachtete Missionarsstellung (Gesicht zu Gesicht) teilweise als progressives Spezifikum, da sich bei der Zuwendung der Gesichter leichter die Emotionen des Partners erkennen lassen und entsprechende Reaktionen möglich sind.

Häufig kommt bei Säugetieren ein oraler Kontakt mit Geschlechtsteilen und Afterbereich vor. Biologen haben außerdem ein gewisses Maß an homosexueller Praxis bei allen beobachteten verschiedengeschlechtlichen Arten festgestellt, manchmal als Ersatzhandlung bei Mangel an paarungsbereiten gegengeschlechtlichen Individuen. So versuchen sich paarungsbereite Stiere bei Mangel an Kühen zuweilen gegenseitig zu besteigen. Bei manchen Affenarten ist die eigene sowie gegenseitige Stimulation der Geschlechtsteile üblich - unabhängig davon, ob das andere Tier fremd- oder gleichgeschlechtlich ist, etwa bei den Bonobos. Es gibt mittlerweile zahlreiche Beobachtungen und Belege darüber, dass das Sexualleben bei vielen Tierarten äußerst kreative Komponenten hat, mitunter kurios anmutende: so die nasale Penetration bei Delphinen oder bei der Vogelart Büffelweber die Stimulation der Genitalien des Weibchens durch das Männchen mit Hilfe eines speziellen Pseudophallus (unechter Phallus ) aus Bindegewebe, der nicht der Spermienübertragung dient.

Sexuelle Praktiken beim Menschen

Der Mensch hat eine Vielzahl von sexuellen Praktiken entwickelt, was zunächst damit zusammenhängt, dass Fortpflanzung und Sex voneinander entkoppelt sind, also die sexuelle Stimulation einen eigenen Sinn und Zweck erlangt hat und der Mensch ein nicht nur lustvolles, sondern geradezu ein spaßiges, kreatives und begeistertes Sexualleben führt.

Sexuelle Praktiken entsprechen der Vielfalt menschlicher Sexualität und sind Ausdruck seines Erfindungsgeistes. Manche sexuellen Praktiken können einen praktischen Hintergrund haben, so wurde und wird der heterosexuelle Analverkehr zuweilen zur Empfängnisverhütung praktiziert. Man sollte allerdings bedenken, dass, auch wenn es nicht zum Vaginalverkehr kommt, durch Unvorsicht Sperma in die Scheide der Frau gelangen und damit ungewollt eine Befruchtung stattfinden kann.

Stimulantien

Autosexualität, Selbstbefriedigung

Sexuelle Praktiken zwischen zwei oder mehr Menschen

Sexuelle Praktiken ohne physischen Kontakt

Andere und spezifische sexuelle Praktiken

Moral und gesellschaftliche Norm

Abkürzungen

Ländernamen

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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