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Sex und Gesundheit

Sexuell übertragbare Krankheiten

Jene Krankheiten, die vorwiegend durch sexuelle Aktivitäten übertragen werden und mit denen sich die Venerologie beschäftigt, nennt man sexuell übertragbare Krankheiten. Die Ursache für diese Krankheiten sind Infektionen durch Einzeller, Bakterien oder Viren. Die in früherer Zeit weit verbreiteten "klassischen Geschlechtskrankheiten" wie die Syphilis, Gonorrhoe ("Tripper"), Lymphogranuloma venereum ("venerische Lymphknotenentzündung") und Ulcus molle (der "weiche Schanker") sind heute nur noch von untergeordneter Bedeutung. Die größte Gefahr geht von AIDS/HIV, Hepatitis B, Herpes genitalis, Chlamydien- und Trichomonaden-Infektionen sowie verschiedenen humanen Papillomviren, die unter anderem das Zervixkarzinom bei der Frau, aber auch "gutartige" Tumoren, wie Feigwarzen auslösen können, aus.

In ganz Europa wird eine drastische Zunahme aller Geschlechtskrankheiten festgestellt, da inzwischen weite Bevölkerungsteile glauben, dass diese Krankheiten ausgerottet seien. Da die HIV-Infektion noch immer als Randgruppenproblem betrachtet wird, verzichten viele Menschen leichtsinnigerweise auf den Schutz durch ein Kondom (siehe unten).

Da eine Ansteckung niemals zu 100 % ausgeschlossen werden kann, stellen sexuell übertragbare Krankheiten ein unausweichliches Grundrisiko eines sexuell aktiven Menschen dar, das dieser akzeptieren muss. Der konsequente Gebrauch von Kondomen verringert dieses Risiko jedoch drastisch, jedoch wird die Hepatitis B auch bei sogenannten hochvirämischen Trägern durch Oralverkehr übertragen. Die Hepatitis-B-Impfung kann das Risiko einer Infektion mit Hepatitis B deutlich mildern. Jährlich sterben mehr Menschen an Hepatitis B als an allen anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen zusammengenommen.

Bei dem Verdacht einer möglicherweise erfolgten Ansteckung durch HIV steht für 24 Stunden nach dem Ereignis mit der postexpositionellen Prophylaxe ein nachträglich vorbeugender, aber auch sehr unsicherer Behandlungsversuch zur Verfügung, der mit der längerfristigen Einnahme von antiretroviralen Medikamenten einhergeht.

Verhütung

Als "Verhütung" kann die Verhinderung einer Empfängnis, andererseits auch die sexualhygienische Prophylaxe von Krankheiten verstanden werden.

Das wichtigste Verhütungsmittel ist das Kondom, welcher normalerweise aus einer Latex-Hülle besteht, die über den erigierten Penis abgerollt wird, um sowohl Schwangerschaften als auch die Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten zu vermeiden. Kondome für Frauen (Femidome) und Lecktücher haben noch keine weite Verbreitung gefunden. Bei richtiger Anwendung ist die Sicherheit eines Kondoms sehr hoch, wenn auch nicht so sicher wie hormonelle Verhütungsmittel; es ist jedoch das einzige Verhütungsmittel welches auch eine Ansteckung mit HIV, Gonorrhoe und Hepatitis B weitgehend verhindern kann (siehe auch die Gebrauchsanleitung).

Das bekannteste Mittel zur Verhütung einer Schwangerschaft ist die Antibabypille ("Die Pille"), die seit 1960 in den Industrienationen am häufigsten als Kontrazeptivum verwendet wird. Das regelmäßig oral einzunehmende Hormonpräparat, das die weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen enthält, bietet bei korrekter Anwendung einen sehr hohen Schutz. Die Hormone unterdrücken die Eireifung, die Ovulation und verschließen die Gebärmutter gegenüber Spermien, indem dem weiblichen Körper sozusagen eine Schwangerschaft vorgetäuscht wird. Ein Schutz vor Ansteckung mit Krankheiten, insbesondere AIDS, ist durch die Pille nicht gegeben und wird nur durch die zusätzliche Benutzung eines Kondoms erreicht.

Darüber hinaus existieren eine Vielzahl weiterer Verhütungsmethoden und Verhütungsmittel.

Sexuelle Störungen

Die Sexualmedizin ("Sexologie"), die eng mit der Sexualforschung verknüpft ist, beschäftigt sich mit der Erhaltung und Förderung der sexuellen Gesundheit. Teilgebiete sind neben den Störungen der Geschlechtsidentität (Probleme mit der sexuellen Orientierung, Transsexualität) und des soziokulturell determinierten Sexualverhaltens (Paraphilien) vor allem die Bereiche der sexuellen Funktionsstörungen und der sekundären sexuellen Störungen. Letztere haben ihre Ursache in somatischen Primärerkrankung wie Stoffwechselerkrankungen, Krebserkrankungen oder neurologischen Erkrankungen (zum Beispiel Multiple Sklerose).

Zu den sexuelle Funktionsstörungen von Mann und Frau werden vor allem die erektile Dysfunktion, die Anorgasmie und der Vaginismus gerechnet.

  • Die häufigste sexuelle Störung des Mannes ist der vorzeitige Samenerguss (lat. Ejaculatio praecox), wenn dieser unfähig ist, den Zeitpunkt der Ejakulation beim Geschlechtsverkehr selbst zu steuern. Die Ejaculatio praecox ist gekennzeichnet durch einen frühzeitigen Samenerguss, meistens kurz nach der Einführung des Penis in die Vagina, oft jedoch auch bereits davor, da bei diesen Männern bereits ein Erregungsniveau erreicht ist, in dem eine Kontrolle nicht mehr möglich ist. Etwa 20 % aller Männer geben an, unter diesem Problem zu leiden. Bei der Behandlung von leichten Formen stehen etwa das Miteinbeziehen der Partnerin oder des Partners, die Minimierung des Erfolgsdrucks (zum Beispiel durch ein vorläufiges Verbot des Geschlechtsverkehrs) oder - bei jungen Männer - die verzögerte Ejakulation nach einem kürzlich vorangegangenen Orgasmus im Mittelpunkt.
  • Die erektile Dysfunktion ("Impotenz") bezeichnet das langfristige Misslingen oder Erhalten der penilen Erektion. In der überwiegenden Mehrzahl ist dieses schwerwiegende Leiden organisch verursacht. Ursachen können Rauchen, Alkoholkonsum, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Operationen oder Verletzungen am Schwellkörper sein. Potenzmittel wie Viagra, Levitra und Cialis können hier in bestimmten Fällen die Beschwerden und die unerträgliche psychische Belastung der Betroffenen lindern.
  • Mangelnde Libido wird auch als Frigidität bezeichnet, die insbesondere durch eine Reihe von Krankheiten und als Nebenwirkungen von Medikamenten verursacht werden kann. Neben somatischen Krankheiten wie Leberzirrhose, Hypogonadismus, Eunuchismus oder Testosteronmangel des Mannes sind auch viele psychische und psychosomatische Erkrankungen wie Depressionen oder Anorexie für eine Libidominderung ursächlich. Gesteigerten Sextrieb verursachen manchmal eine Manie, eine leichte Hyperthyreose, eine Sexsucht und die Nymphomanie.

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