Schwules MuseumAusgangspunkt für die Gründung des Schwulen Museums war die 1984 im Berlin-Museum gezeigte Ausstellung "Eldorado", in der junge Wissenschaftler erstmals Forschungen zu homosexuellem Leben in dieser Form der breiten Öffentlichkeit nahe brachten. Nach deren großen Erfolg hatten die Ausstellungsmacher die Vision, diese Art der Arbeit in einem eigenen Museum weiter zu führen. Die Aktivitäten im Ausstellungsbereich, im Archiv und in der Bibliothek werden vom 1985 gegründeten "Verein der Freunde eines Schwulen Museums in Berlin e.V." getragen. Seit Dezember 2004 wird die Dauerausstellung "Selbstbewusstsein und Beharrlichkeit. 200 Jahre schwule Geschichte" gezeigt. Sie präsentiert im Zeitraum von 1790 bis 1990 Strategien, Möglichkeiten und Probleme von Homosexuellen, ein selbst bestimmtes Leben zu führen, Gleichgesinnte zu finden und Netzwerke zu organisieren. Dem gegenüber gestellt werden die gesellschaftlichen und gesetzlichen Bedingungen, wie der §175 und die damit verbundene Ausgrenzung, Verfolgung und Bestrafung von Homosexuellen sowie die Erfolge der Schwulenbewegung. Parallel dazu werden jährlich mehrere wechselnde Ausstellungen gezeigt. Historische Expositionen beleuchten einzelne Epochen oder geschichtliche Entwicklungen differenziert, wie "Goodbye to Berlin. 100 Jahre Schwulenbewegung" (1997). Mit der Ausstellung "Verfolgung homosexueller Männer in Berlin 1933 - 45" in Kooperation mit der Gedenkstätte Sachsenhausen wurde das Thema Schwule während der Zeit des Nationalsozialismus bearbeitet. Die Ausstellungsreihe Lebensgeschichten, in der bisher vier unterschiedliche Biografien vorgestellt wurden, zeigt die Strategien einzelner Homosexueller ihr Leben selbst zu gestalten. Auch einzelne Gruppen und Vereine wie "Der Kreis" oder "Gesellschaft für Reform des Sexualrechts" werden mit ihren Aktivitäten und den beteiligten Persönlichkeiten vorgestellt Eine Reihe von Hommagen an Personen des öffentlichen Lebens wird kontinuierlich fortgesetzt; Oscar Wilde , Marlene Dietrich, Rainer Werner Fassbinder , Michel Foucault, Thomas Mann wurden neben anderen bereits als Identifikationsfiguren und Vorbilder geehrt. Regelmäßige Kunstausstellungen sollen Lust machen, sich mit zeitgenössischen und historischen Positionen von Künstlern auseinanderzusetzen. Ziel der Aktivitäten ist, das öffentliche Bild von Schwulen zu differenzieren und eine wissenschaftliche Aufarbeitung und Erforschung schwuler Geschichte zu gewährleisten. Dadurch soll erreicht werden, schwules Leben sichtbar und präsent zu machen, um Toleranz und Akzeptanz gegenüber Homosexuellen zu fördern, um Diskriminierung entgegenzuwirken und um schwules Selbstbewusstsein und schwule Identität zu stärken. Im Archiv werden Zeitschriften aus Deutschland ab 1896, aus Europa und der Welt gesammelt, katalogisiert und kontinuierlich ergänzt. Das Archiv gedruckter Materialien (AgM) umfasst derzeit ca. 3.000 Stichworte; es beinhaltet von der Selbstdarstellung einzelner Projekte bis hin zu Zeitungsartikeln Materialien, die sich mit Homosexualität befassen. Eine Sammlung von Fotos, Videos, Filmen, Plakaten, Autographen, Kunstwerken sowie Nachlässen runden den Bereich des Archivs ab. Die Bibliothek umfasst derzeit ca. 10.000 Bände zum Thema Homosexualität und gewährleistet durch eine computergestützte Katalogisierung den Zugriff auf einzelne Titel und Themen. AdresseLiteraturWeblinksVerwandte Themen
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