Scheidungsrate

Die Scheidungsrate gibt das Verhältnis zwischen Ehescheidungen und Eheschließungen an. Man muss grundsätzlich unterscheiden, ob es sich dabei um alle Eheschließungen und Ehescheidungen in einem bestimmten Zeitraum (von zumeist verschiedenen Paaren) handelt, oder um die bisherigen und u. U. zukünftigen Ehescheidungen von in einem bestimmten Zeitraum geschlossenen Ehen.

  1. Oft wird die Scheidungsrate als das Verhältnis aller im Beobachtungszeitraum (normalerweise ein Jahr) rechtskräftig geschiedenen Ehen zu den im selben Zeitraum geschlossenen Ehen angegeben. Eine theoretische Scheidungsrate von 100% würde also bedeuten, dass exakt so viele Ehen im Beobachtungszeitraum geschieden wie neu geschlossen wurden. Diese Scheidungsrate ist keine gute Abschätzung für das Risiko, dass eine im Berichtszeitraum geschlossene Ehe geschieden wird, da sie z. B. die Entwicklung der Eheschließungen nicht berücksichtigt. Für das Jahr 2003 erhält man nach dieser Definition in Deutschland eine Scheidungsrate von 213691/395992 = 54.0 % .
  2. Aussagekräftiger kann die Scheidungsrate als der Anteil der im Berichtszeitraum geschlossenen Ehen berechnet werden, die bei gleich bleibender ehedauerspezifischer Scheidungshäufigkeit früher oder später geschieden werden . Nach dieser Definition erhält man für das Jahr 2003 eine Scheidungsrate von 43.6 % in Westdeutschland und 37.1% in Ostdeutschland . Für Österreich betrug im Jahr 2003 diese Scheidungsrate 43.2%.

Die Scheidungsrate hat in den westlichen Gesellschaften im 20. Jahrhundert stark zugenommen. Jüngere Statistiken zeigen jedoch teilweise auch wieder rückläufige Scheidungsraten . Faktoren, die die Scheidungsrate beeinflussen sind u.a.:

  • die bestehende Gesetzeslage, siehe auch Eherecht Familienrecht
  • Lebenserwartung
  • das Ausmaß an Mobilität und Anonymität in einer Gesellschaft
  • gesellschaftliche und individuelle Normen
  • wirtschaftliche Faktoren, die den entsprechenden Lebensunterhalt der Betroffenen nach einer Scheidung gewährleisten oder verhindern. Dabei nimmt in Krisenzeiten nicht nur die Scheidungsrate ab, sondern wird im Durchschnitt auch ein erhöhtes Maß an Zufriedenheit in den bestehenden Partnerschaften angegeben.

Scheidungsrisiko

Scheidungsrate in Deutschland (2005)

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