Salon KittyDer Salon Kitty war ein Bordell in Berlin-Charlottenburg, das 1939-1942 vom Sicherheitsdienst Reichsführer-SS und später dem Reichssicherheitshauptamt zu Spionagezwecken instrumentalisiert wurde. Zeit des NationalsozialismusDas Freudenhaus wurde in den frühen 1930er Jahren im dritten Stock des Hauses Giesebrechtstr. 11 unweit des Kurfürstendamms von Kitty Schmidt gegründet. Die Klientel war entsprechend der exklusiven Lage gut betucht. Viele namhafte Personen des öffentlichen Lebens, ausländische Diplomaten und nicht zuletzt hochrangige Funktionäre des nationalsozialistischen Regimes gehörten bald zum Kundenstamm. Die Idee, ein Bordell zu Spionagezwecken umzurüsten, kam ursprünglich von Reinhard Heydrich und war wohl von reißerischen Romanen über den britischen Secret Service inspiriert; er delegierte die Planung an Walter Schellenberg. Kitty Schmidt war zunächst eine Regimegegnerin und entschloss sich am 28. Juni 1939 zur Flucht. An der niederländischen Grenze wurde sie jedoch von der Gestapo festgenommen. Unter der Androhung, sie würde andernfalls in ein Konzentrationslager gebracht, zwang Schellenberg sie, ihren Amüsierbetrieb dem Sicherheitsdienst zugänglich zu machen. Der SD ging im September 1939 im Reichssicherheitshauptamt auf. Der Salon Kitty wurde vorübergehend für "Renovierungsmaßnahmen" geschlossen; die Zimmer wurden mit versteckten Mikrofonen ausgestattet, im Keller des Hauses wurde eine Abhörzentrale eingerichtet. Die Berliner Polizeidirektion wurde angewiesen, unter polizeilich bekannten Prostituierten "Frauen und Mädchen, die intelligent, mehrsprachig, nationalistisch gesinnt und ferner mannstoll sind" auszuwählen. Zwanzig solcher Damen erhielten eine Spionageschulung, und im Frühjahr öffnete der Betrieb seine Pforten wieder. Die Amüsierdamen waren angehalten, die Zungen ihrer Freier mit Alkohol und Körpereinsatz zu lösen und ihnen so relevante Informationen zu entlocken. Der Erfolg war allerdings mäßig, da es auch unter Gästen ein offenes Geheimnis war, dass alle Gespräche abgehört und aufgezeichnet wurden. Im Salon Kitty sollte auch die Regimetreue eigener Funktionäre und Verbündeter überprüft werden. Unter den Abgehörten waren so unter anderem der italienische Außenminister Galeazzo Ciano. Der SS-Oberstgruppenführer Sepp Dietrich soll sich eine Orgie mit allen 20 Freudenmädchen zugleich gewünscht haben, doch selbst diese Sinnesfreuden konnten ihn zu keinem regimekritischen Ausrutscher bewegen ("Also, auf geht's, Mädel. I bin do net zum Redn herkomma." ) Dem britischen Agenten Roger Wilson gelang es, eine der Prostituierten zum Überlaufen zu bewegen, und so konnte letztlich auch der britische Geheimdienst die Gespräche im Salon auswerten. 1942 wurde das Haus von einer Fliegerbombe getroffen. Der Salon wurde in das Erdgeschoss verlegt, und bald gab das Reichssicherheitshauptamt die Spionage dort auf. Kitty Schmidt wurde zu Stillschweigen verpflichtet. Bis zu ihrem Tod 1954 hat sie sich nicht öffentlich zu den Geschehnissen geäußert. NachkriegszeitVerfilmungLiteraturVerwandte ThemenIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Salon Kitty" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Salon+Kitty&action=history
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