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Sadomasochismus: Begriffe

In der Sprache des subkulturellen Sadomasochismus wird der beherrschende, aktive Partner als der Top bezeichnet. Der passive Partner wird Bottom genannt. Eine Person, die sowohl Gefallen an der Rolle als Top als auch an der als Bottom findet, wird Switch genannt.

Ein reales SM-Spiel wird als Session bezeichnet. Von einer Scene wird gesprochen, wenn - analog zum Begriff Szene in einem Film - ein mehr oder weniger detailliert abgesprochener Ablauf vollzogen wird.

Um einen Weg aus einem sadomasochistischen Spiel, das aus dem Ruder zu laufen droht, zu erlauben, wird häufig ein Safeword vereinbart, das einem verbalen oder nonverbalen Abbruchcode entspricht.

Von einem Absturz wird gesprochen, wenn einer der Partner in einer Session in eine emotionale Krise gerät und negative Gefühle durchlebt, die für ihn nicht mehr zu den gewünschten Bestandteilen einer Session gehören. Abstürze sind normalerweise nicht das Ziel einer SM-Session. Ein Absturz kann entstehen, wenn z.B. ein Partner sich ernsthaft unwohl fühlt, die Session aber nicht rechtzeitig abbricht. Abstürze passieren häufig dem passiven Partner, kommen aber auch bei Tops vor.

Innerhalb von SM-Beziehungen gibt es eine Reihe von Unterscheidungen:

  • Von einer 24/7-Beziehung spricht man, wenn das Machtverhältnis zwischen Top und Bottom zu jedem Zeitpunkt ihrer Beziehung Bestand hat, also auch über einzelne SM-Sessions hinaus.
  • In einer Spielbeziehung beschränkt sich die Beziehung ausschließlich auf SM-Spiele; dies kommt relativ häufig vor, falls sich Partner finden, die mangels Interesse an einer festen Beziehung oder weil sie keinen Partner gefunden haben, mit dem sie in einer festen Beziehung leben können, dennoch SM ausleben wollen.
  • Ein Ehesklave bzw. eine Ehesklavin ist ein submissiver Part, der mit seinem dominanten Partner verheiratet ist.
  • Vereinzelt wird in längeren Beziehungen das Machtverhältnis in sogenannten Sklavenverträgen schriftlich fixiert. Diese symbolische Handlung soll die innige Verbundenheit der Partner und ihre gemeinsamen Vorstellungen "verbindlich" festhalten; diese Idee hat bereits Leopold von Sacher-Masoch in seinem Buch Venus im Pelz aufgegriffen. Rechtlich sind die entsprechenden Schriftstücke in keiner Weise verbindlich, da sie nach allgemeiner Auffassung gegen die guten Sitten verstoßen. In der Vergangenheit führte die Existenz derartiger Schriftstücke in verschiedenen Zusammenhängen immer wieder zu drastischen Schlagzeilen in der Boulevardpresse, da in ihnen das Innenverhältnis und vereinbarte Praktiken sehr detailliert aufgeführt werden. Bei uninformierten Dritten führen derartige aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöste Informationen regelmäßig zu starker Ablehnung und einer Verurteilung der dem Schriftstück zugrundeliegenden Beziehung.

Eine allgemeingültige Definition für die obengenannten Begriffe gibt es nicht; die hier aufgeführten Definitionen stellen nur eine Lesart dar, die jedoch die in der Literatur vorherrschend ist.

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