Römisches Eherecht

Ehe und Familie galten im antiken Rom als heilig. Nicht umsonst war Concordia einerseits die Schutzgöttin des gesamten Staatswesens und gleichzeitig Beschützerin der Ehe (matrimonium ). Die Ehe galt im antiken Rom als Stütze der Gesellschaft, vor allem in materieller Hinsicht. Dem folgte auch das Eherecht, indem es vor allem die materiellen Aspekte der Ehe berücksichtigte, obwohl dies aus heutiger Sicht wohl kaum zum heiligen Charakter der Ehe passen mag.

patria potestas und pater familias

Für das Familien- und Eheleben rechtlich konstitutiv war die patria potestas des pater familias , des männlichen Familienoberhauptes. Die patria potestas bedeutete uneingeschränkte Macht über die familia , zu der, anders als bei einer Familie heute, auch die verheirateten Söhne mit ihren Frauen und Kindern, Adoptivsöhne, Sklaven, Vieh und das sonstige Besitztum gehörten. Die familia ist als Rechtsverband und Vermögensgemeinschaft zu verstehen, wobei der pater familias auch durchaus religiöse Aufgaben wie die Darbringung von Opfern zu erfüllen hatte.

Die patria potestas wurde in der Realität des Alltags jedoch weniger durch Exzesse der Terrorisierung durch den pater familias deutlich, obwohl Quellen von Einzelfällen berichten. Vielmehr zeigte sich dessen hervorragende Stellung durch die Verfügungsgewalt über das Vermögen und auch in - einer aus heutiger Sicht entsetzlichen Form - der Entscheidungsgewalt des pater familias über die Aussetzung neugeborener Kinder, die das Familienoberhaupt nicht aufziehen konnte oder wollte, sei es aus finanziellen Gründen, sei es weil sie uneheliche Kinder, behindert oder schlicht Mädchen waren. Die Aussetzung von Neugeborenen auf öffentlichen Dunghaufen war in der ganzen römischen Welt bis zum Jahr 374 n. Chr. legal. Die Kinder verfielen demzufolge dem Tode oder bestenfalls der Sklaverei.

sui iuris

Frei (sui iuris ), d.h. befreit aus der patria potestas , wurden Söhne und Töchter erst durch den Tod des pater familias , seltener durch die später häufiger werdende emancipatio , den Scheinverkauf durch den pater familias an Dritte, die dann die Freilassung aussprachen. Vom Erbteil, das die Söhne und Töchter dann empfingen, hing ihre weitere Lebensperspektive ab. Das Testament konnte aus dieser rechtlichen Stellung des pater familias heraus von diesem als Waffe zu Lebzeiten eingesetzt werden, um seine Autorität deutlich zu machen und die familia an sich zu binden. Die einzigen Römer, die demnach im vollen Sinne des Wortes freie Männer waren, waren also diejenigen, die vaterlos oder für mündig erklärt worden waren, den Status des pater familias hatten und über ein Erbe verfügten.

Eine vidua - Witwe oder Geschiedene - war ebenfalls sui iuris , wenn ihr Vater nicht mehr lebte.

Eheschließung

Manus-Ehe

Manusfreie Ehe (3. Jhd v. Chr.)

Augusteische Ehegesetze

concubinatus

Heirat zwischen Plebejern und Patriziern in frührömischer Zeit

Siehe auch

Literatur

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