Röhm-PutschDer in der nationalsozialistischen Propaganda verbreitete Begriff Röhm-Putsch war ursprünglich vor allem als Röhm-Revolte bekannt. Der Volksmund sprach auch von der Nacht der langen Messer . Er bezeichnet die von Hitler befohlene und vom 30. Juni bis zum 2. Juli 1934 vollzogene Ermordung der SA-Führung einschließlich ihres Stabschefs Ernst Röhm und anderer Konkurrenten um die Macht. Die Aktion wurde von den NS-Behörden als präventive Maßnahme gegen einen angeblich geplanten Putsch Röhms dargestellt. VorgeschichteDie Aktion geht auf lange zurückliegende Spannungen zwischen Teilen der NSDAP, auf deren Seite auch Hitler stand, und der SA zurück. Die SA hatte wesentlich zur Machtergreifung beigetragen, der Status der SA zur NSDAP war aber ungeklärt. Während Röhm und die SA-Führung die SA als eigentliche Trägerin der Bewegung sahen, wollten die NSDAP-Oberen dieser nur die Stellung einer Ordnungstruppe der Partei zugestehen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 verschärften sich die Spannungen. Wahllose Ausschreitungen der SA kamen der NSDAP bei der Herrschaftssicherung nicht zupasse. Die SA allerdings wollte eine gründliche Umgestaltung der Gesellschaft und mittelfristig die Reichswehr beerben. Gemäß dem Versailler Vertrag von 1919 umfasste die Reichswehr 100.000 Mann . Die SA hatte rund 4 Millionen Mitglieder. Außerdem legte die SA-Führung großen Wert auf den sozialistischen Aspekt (nationalsozialistische DAP) und wollte einen Umbau der Gesellschaft sowie Enteignungen nach dem 25-Punkte-Programm. Röhm verfolgte weitreichende politische Ziele. Ein halbes Jahr vor seiner Ermordung konnte er sich zum Ärger Görings und Goebbels' als zweiter Mann im Staate sehen. Er hatte Karrierechancen, die mit den Karrierechancen Görings, Himmlers und Goebbels' verbunden waren. Ein halbes Jahr vor dem so genannten Röhm-Putsch kam Röhm in den Genuss wahrscheinlich von ihm erzwungener öffentlicher Bevorzugungen in der Umgebung Hitlers. Die neue Reichsregierung unter Hitler war für ihre Pläne auf die Unterstützung der Reichswehr, welcher Hitler das Waffenmonopol zugesichert hatte, und der Wirtschaft angewiesen und wollte das Image des Straßenkämpfers ablegen. Dem widersprach der Wille Röhms, die SA in eine reguläre Armee umzuwandeln. Darüber hinaus soll Röhm umfangreiche Machtansprüche an Hitler herangetragen - so die Ernennung zum Kriegsminister - und diesen auch mit kompromittierenden Informationen erpresst haben. Hinter der Affäre stand auch das grundsätzliche Problem aller Revolutionen. Mussolini hatte es in einer Besprechung mit Hitler auf den Punkt gebracht: "Was macht man nach der Revolution mit den Revolutionären?" AusführungRechtfertigung und KonsequenzenBeim "Röhm-Putsch" ermordete PersonenSiehe auchVerfilmungLiteraturWeblinksVerwandte Themen
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