Robert L. SpitzerRobert L. Spitzer (* 1932 in White Plains, New York, USA) ist ein US-amerikanischer Professor für Psychiatrie. Er forscht seit 1958 vorrangig zum Thema psychische Störungen und hat bisher knapp 300 Veröffentlichungen zu verzeichnen. Er ist Professor für Psychiatrie an der Columbia Universität und Leiter des Forschungsbereiches Biometrie am New York State Psychiatric Institute und gilt als eine der wichtigsten Fachleute der USA für die Einordnung von psychische Störungen. Er war als maßgebliche Person an der Entwicklung des DSM-IV der American Psychiatric Association beteiligt und war Vorsitzender der Kommission zur Erstellung der dritten Ausgabe (DSM-III) im Jahr 1980. WirkenSpitzer machte erstmals 1973 von sich reden, als er der damals gängigen Meinung in der Psychiatrie entgegentrat, dass Homosexualität eine psychische Störung sei und führend an deren Entfernung aus dem DSM mitwirkte. Später setzte sich diese Meinung durch, so dass psychiatrische Tagungen Proteste von Demonstranten aus der Ex-Gay-Bewegung ausgesetzt waren, die weiterhin an die Therapierbarkeit und eine Therapienotwendigkeit glaubten. Unter dem Eindruck von Demonstranten, die von einer wirksamen Therapie berichteten, konzipierte Spitzer, zu diesem Zeitpunkt sehr skeptisch gegenüber solchen Berichten, eine Studie, die zeigen sollte ob überhaupt jemand von diesen Therapien profitiert. Im Jahr 1999 begann Spitzer eine wissenschaftliche Studie, in welcher er die prinzipielle Möglichkeit von Therapien zur Veränderung der Homosexualität prüfen wollte. In dieser Studie wurden 200 Probanden befragt, die angaben, von einer homo- zu einer heterosexuellen Identität gewechselt zu haben, und die folglich an die Wirkung ihrer gemachten Therapie glaubten. Spitzer stellte die Ergebnisse 2001 auf der Jahrestagung der American Psychiatric Association vor und im Jahr 2003 veröffentlichte er einen Artikel über diese Studie. Aufgrund der Berichte der Probanden kam er zu dem Schluss, dass die Veränderung einer homosexuellen Orientierung für einige wenige hochmotivierte Individuen möglich sei. Kritiker der Studie merken an, dass die Eigenangaben der Probanden unkritisch akzeptiert werden und das Auswahlverfahren der Probanden kritisch zu betrachten sei, und dass die Stichprobe nicht repräsentativ sei. Spitzer selbst räumt ein, dass seine Ergebnisse höchstens für eine sehr kleine, ausgewählte Gruppe von religiös hochmotivierten Menschen zutreffen würde. Vertreter der Ex-Gay-Bewegung sehen die Studie nach wie vor als wichtigen wissenschaftlichen Beleg an und ziehen sie heran, um ihre Behauptung zu untermauern, dass eine Veränderung homosexueller Orientierung durch eine Therapie möglich sei. Spitzer selbst sagte in einem Interview mit der Offensive Junger Christen, dass die wenigen Leute, die zu dem Suchraster seiner Studie passten, eindeutig von der Therapie profitiert hätten, und dass es "völlig absurd und lächerlich" sei, zu behaupten, solche Therapien seien ethisch nicht vertretbar. Kritiker der Ex-Gay-Bewegung merken jedoch an, dass die Aussagekraft der Studie häufig über ihre eigentlichen Aussagen hinaus interpretiert wird. Spitzer selbst hat in der Washington Post solche weitgehende Interpretationen seiner Studie missbilligt und bezeichnet die Idee, dass Menschen von Natur aus heterosexuell wären und dass es eine Wahlmöglichkeit für oder gegen Homosexualität gebe, als "völlig absurd". VeröffentlichungenWeblinksVerwandte ThemenIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Robert L. Spitzer" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Robert+L.+Spitzer&action=history
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