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Zurück zum Haupttext "Pubertät" Reifung in der PubertätWährend der Pubertät kommt es von außen nunmehr deutlich sichtbar zu einer Weiterentwicklung von körperlichen Merkmalen, die in erster Linie aber nicht ausschließlich sexuellen Funktionen dienen. Sowohl die primären Geschlechtsmerkmale wie auch die sekundären Geschlechtsmerkmale erreichen in diesem Entwicklungsabschnitt des Menschen ihre volle Ausprägung und damit der oder die Betreffende die Geschlechtsreife. Das Eintrittsalter in diese Veränderungen ist variabel, die Reihenfolge der Veränderungen ist jedoch in aller Regel konstant. Die Tanner-Stadien klassifizieren diese Veränderungen und gliedern die pubertäre körperliche Entwicklung in fünf Kategorien vom Kind bis zum Erwachsenen. JungenUnter dem Einfluss des durch die erhöhte Gonadotropinkonzentration ausgelösten Testosteronspiegelanstiegs setzen sich im Verlaufe der Pubertät die Vergrößerung der Hoden fort und beginnt eine Veränderung der Oberflächenbeschaffenheit und Färbung des Hodensacks. Außerdem wird durch diese Hormonstimulation das Wachstum des Penis, der Nebenhoden, Samenleiter und der akzessorischen Geschlechtsdrüsen weitergeführt und spätestens zu Beginn der eigentlichen Pubertät erscheinen auch die ersten Schamhaare. Erst danach nimmt das Körperwachstum der Jungen zu. Noch vor dem Höhepunkt dieses Wachstums beginnen die Hoden meist in der Mitte der Pubertät erste Spermien zu produzieren (Spermarche). In zeitlicher Nähe dazu kommt es anschließend zu einer ersten Ejakulation im Sinne von "Samenerguss" (Ejakularche), entweder bei einem durch sexuelle Aktivität bewusst ausgelösten Orgasmus, oder bei einer ersten Pollution (Polluarche). Damit hat die Geschlechtsreifung ihren Zielpunkt die "Geschlechtsreife" erreicht. Anfänglich enthält das Ejakulat nur wenige Spermien mit zumeist geringer Qualität, so dass die Fruchtbarkeit zunächst deutlich vermindert, aber nicht völlig ausgeschlossen ist. Wenn im Durchschnitt mit etwa 13 Jahren das Körperwachstum auf dem Höhepunkt angelangt ist, sind die Vergrößerung von Hoden und Penis fast vollständig abgeschlossen. Kurz nach dem Höhepunkt des Körperwachstums erscheinen oft die ersten Achsel-, Gesichts- und Körperhaare und der Stimmbruch setzt ein. Nicht vor Ende der Pubertät steigert außerdem der erhöhte Testosteronspiegel bei männlichen Heranwachsenden mit seiner anabolisierenden Wirkung zusammen mit Somatropin, den Schildrüsenhormonen und Insulin das Knochenwachstum bis zu der genetisch festgelegten Maximalgröße, in dem dann die Epiphysenfugen geschlossen werden und damit auch das Längenwachstum beendet wird. In der Pubertät steigern die Hoden andererseits auch die Östrogenproduktion und -ausschüttung, die allerdings im Vergleich zur Testosteronproduktion wie auch schon vor der Pubertät deutlich geringer ausfällt. Durch diese nunmehr erhöhte Östrogenbildung kann bei etwa 50 % der Jungen ein in aller Regel vorübergehendes und meist schmerzloses Anschwellen der Brust auftreten. Folgende Tabelle gibt an, wann die einzelnen Veränderungen stattfinden:
MädchenÜber eine Mehrproduktion der hypothalamischen Gonadotropin releasing Hormone und der Gonadotropine FSH und LH setzt sich auch während der Pubertät bei Mädchen die gesteigerte Produktion und Ausschüttung von Östrogenen in den Eierstöcken fort. Die Wirkung dieser Östrogene bestimmen zum wesentlichen Teil die folgende Pubertätsentwicklung. Sie sind zu Beginn für die Fortführung der Brustentwicklung verantwortlich und fördern das allgemeine Wachstum der Milchdrüsen (Mamma, -ae; lat. Glandula mammaria, 3) - und damit auch die Brustvergrößerung - zugleich auch eine allmähliche, differenzierende Weiterentwicklung dieser Drüsen. Außerdem vermitteln die Östrogene das Wachstum der Brustwarzen (Mamillen, lat. Papilla mammaria, 4) und des Brustwarzenhofes (lat. Areola, 5), ferner die Pigmentation der Brustwarzen und ihre Erigierbarkeit. Außerdem verstärkt sich die Entwicklung der insgesamt typisch weiblichen Körperform mit zugehöriger Fettverteilung (hier an der Brust: 7). Allerdings schließen diese gesteigerten Östrogenkonzentrationen dann im Verlauf der Pubertät bei Mädchen auch die Epiphysenfugen und beenden damit das Längenwachstum. Außerdem wird von den Östrogenen auch die relativ glatte Begrenzung der Schambehaarung verursacht. Die Menarche (erste Menstruation) tritt erst auf dem Höhepunkt des Körperwachstums auf, wenn der Körper des Mädchens groß genug ist, ein Kind auszutragen. Dabei hat allerdings zuvor noch keine Ovulation stattgefunden, weshalb eine solche Blutung auch als "Abbruchblutung", und ein derartiger Zyklus als "anovulatorischer Zyklus" bezeichnet wird. Erst nach einigen weiteren, unregelmäßigen Blutungen dieser Art, kommt es zur ersten Ovulation (Ovularche) und anschließend auch zu einer ersten echten Menstruation. Die im Vergleich zu der Östrogenproduktion wesentlich geringere Herstellung und Ausschüttung von Androgene in den Nebennieren der Mädchen setzt sich in der Pubertät fort, regt das Längenwachstum und das Ausbilden der Schamhaare an und ist später auch für das Auftreten der Achselbehaarung und gegebenenfalls weiterer Körperbehaarung, außerdem für die verstärkte Ausprägung der großen Schamlippen (Labia majora pudendi) und der Klitoris (5) verantwortlich. Die Entwicklung der Brüste, der Scham- und Achselhaare ist meist am Ende der Pubertät abgeschlossen. Folgende Tabelle gibt an, wann die einzelnen Veränderungen stattfinden:
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