Pro Familia (Deutschland)

Pro Familia (Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V.) wurde 1952 als gemeinnütziger, nicht-staatlicher und nicht-konfessioneller Fachverband für Fragen der Sexualität gegründet.

Gründung und Vorgeschichte

Die Leitung der Organisation übernahm der Sexualrefomer, Demograph und Eugeniker Hans Harmsen (1899-1989), der zum Schülerkreis des sozialdemokratisch orientierten Sozialhygienikers Alfred Grotjahn gehörte. Im Unterschied zu den anderen Schülern Grotjahns stand er nicht der SPD oder KPD nahe, sondern war im bürgerlich-protestantischen Milieu verwurzelt. Harmsen ist, anders als Grotjahn, einer völkisch verstandenen Rassenhygiene zuzurechnen. Seit 1925 leitete er die "Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundung" (AfV) der Inneren Mission, die sich von ihm eine Modernisierung der Sittlichkeitsbewegung erhoffte, die der Lebenswelt der Weimarer Republik eher gerecht werden sollte als die bisherige extreme Sexualfeindlichkeit, die bereits im früheren Namen "Volksgemeinschaft zur Wahrung von Anstand und guter Sitte" zum Ausdruck kam. Seit 1926 war er auch leitender Arzt des Gesundheitswesens der evangelischen "Inneren Mission" (heute Diakonisches Werk) und für die dortige Akzeptanz eugenischen Denkens von außerordentlicher Bedeutung. Harmsen begann 1925 in "Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundung" (AfV) 1931 prägte Harmsen den Begriff der "differenzierten Fürsorge". Harnsen stimmte 1933 dem Ge­setzentwurf zu, der Grundlage für das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" war. 1984 musste er zurücktreten, nachdem seine Gutachtertätigkeit bei Zwangsterilisationen in der Zeit des Nationalsozialismus bekannt geworden war

Vereinszweck und Beratungsangebote

Heute umfasst die Organisation, die Mitglied der International Planned Parenthood Federation (IPPF) ist, ca. 5.000 Mitglieder und unterhält mehr als 160 Beratungsstellen. Angeboten wird medizinische, psychologische, psychosoziale und familienrechtliche Beratung unter anderem zu Sexualität , Partnerschaft, Trennung und Scheidung , Empfängnisregelung und -verhütung, unerfülltem Kinderwunsch, Schwangerschaft und Geburt .

Pro Familia setzt sich für die sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen, Männern, Kindern und Jugendlichen ein. Dies umfasst zum Beispiel auch das Recht der oder des Einzelnen, frei zu entscheiden, ob, wann und wie viele eigene Kinder sie haben möchte. Das schließt die Forderung nach einem legalen Schwangerschaftsabbruch ohne Indikation ein. Ein Schwerpunkt des Arbeitsprogramms ist die besondere Förderung und Unterstützung benachteiligter Gruppen in der Bevölkerung.

Pro Familia bietet sexualpädagogische Veranstaltungen für Schulklassen und Jugendgruppen an. Viele Beratungsstellen bieten eine Jugendsprechstunde an, außerdem gibt es die Möglichkeit der Online-Beratung.

Für Jugendliche und Erwachsene stellt Pro Familia ein umfangreiches Broschürenangebot zu Verhütung und Sexualität zur Verfügung.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Verwandte Themen

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