Pornodarsteller

Der Pornodarsteller ist eine Person, die Sexualpraktiken dezidiert darstellt. Es handelt sich dabei um hetero-, bi- oder homosexuelle Frauen, Männer und Transsexuelle. Die Medien, in denen er auftritt, sind in der Regel Film- und Printmedien sowie das Internet. Vereinzelt kommen auch Livedarbietungen auf einer Bühne vor. Für besonders populäre Darsteller sind Begriffe wie Porn(o)star oder Pornoqueen gebräuchlich.

Voraussetzungen

juristische

Die Person muss volljährig sein. Zudem darf sie keine übertragbaren Krankheiten haben, um das Moment der Körperverletzung auszuschließen.

physiologische

Der Darsteller sollte einen belastbaren Körper haben. Gegebenenfalls muss er in der Lage sein, diesen durch entsprechendes Training herzustellen oder zu erhalten. Für beide Seiten ist eine gute Kondition eine weitere Voraussetzung. Männer sollten über eine gut funktionierende erektive Potenz verfügen.

psychologische

Hierbei handelt es sich um Qualifikationen, die auf der Leinwand nicht sichtbar sind und deswegen auch nicht gecastet werden, für die Person aber von großer Bedeutung sind. Sexualität ist ein integraler Bestandteil der Persönlichkeit. Entspricht das ihm abverlangte Sexualverhalten nicht seiner Persönlichkeit, so muss er die Probleme, die daraus resultieren, handhaben können bzw. mit entsprechenden Persönlichkeitsveränderungen oder -schädigungen umgehen. Eine weitere Herausforderung können Spannungen oder Ausgrenzungen sein, die in seinem persönlichen und gesellschaftlichen Umfeld entstehen.

schauspielerische

Klassische und intellektuelle schauspielerische Fähigkeiten werden im Pornofilm in den seltensten Fällen verlangt. Dagegen muss der Darsteller ein ausgeprägtes Vermögen haben, erotische Ausstrahlung in Mimik und Akustik glaubhaft filmtauglich zu vermitteln. Unter Extrembedingungen am Set ist dies eine Herausforderung und gelingt nur wenigen auf hohem Niveau.

Auszeichnungen

Die Pornobranche verleiht in Berlin jährlich den Venus Award, eine Art Oscar der Pornofilmindustrie . In den USA werden jährlich die AVN Awards vergeben.

Geschichte

Anfänge und Vorgeschichte

Die Geschichte des Berufes Pornodarsteller ist eng verknüpft mit der Geschichte des Pornofilms . Der erste nachweisbare Film ist aus dem Jahr 1908. ''A L'Ecu d'Or ou la bonne auberge wurde in Frankreich gedreht. Der Film Am Abend'' (Deutschland, um 1910) folgt. Seit den 20er-Jahren kommen weitere Stummfilme aus diesem Bereich hinzu. In dieser Phase des Pornofilms lassen sich die Akteure allerdings nicht als Darsteller im Sinne eines Berufs erfassen, da eine nicht öffentliche Tätigkeit verbunden mit Illegalität der Definition von Arbeit bzw. Beruf widerspricht. Die geringe Quantität spricht weiter dagegen, diese Tätigkeit bereits als Beruf zu klassifizieren. Die wenigen Filme wurden unter der Hand gezeigt, sowohl privat als auch in Bordellen, die sich ebenfalls im rechtsfreien Raum bewegten.

Die Folgen der gesellschaftlichen Umwälzungen von 1968 ebnen langsam den Weg für die Schauspielerei in einem bestimmten Genre. Nachdem die 68er-Bewegung mit ihrer freie Liebe Bewegung und Reporte wie der von Kinsey einen öffentlichen Raum für Sexualität geschaffen hatten, wird in Deutschland mit den Aufklärungsfilmen Oswalt Kolles erstmals der Bedarf an Schauspielern geschaffen, die Haut in Verbindung mit Sexualität und deren Ausübung zeigen. Durch den pädagogischen und wissenschaftlichen Anspruch seiner Filme und das Fehlen pornographischer Szenen, handelt es sich aber um reguläre Schauspielerei. Auch die Folgen des Schulmädchen-Reports ab 1970 haben noch nicht den Pornodarsteller definiert. Hierbei geht es um die Darstellung von Tatsachen, die Günther Hunold in seinem gleichnamigen Buch erhoben haben will. Die Filme wurden zwar als FSK 18 eingestuft, deuten aber die Ausführung von Sexualpraktiken lediglich an, statt diese explizit zu zeigen.

1972 und die Folgegeschichte

Als erste öffentlich wahrgenommene Schauspielerin, die sich auf das Genre Pornofilm spezialisiert hat, tritt 1972 Linda Lovelace auf die Bühne. Der Welterfolg Deep Throat verhalf ihr zu internationaler Bekanntheit. Nachdem in den 1970er Jahren in Amerika der Versuch gescheitert war, die Tätigkeit des Pornodarsteller als Prostitution zu definieren und somit zu kriminalisieren, entstand nun die Tätigkeit bzw. der Beruf des Pornodarstellers. Die Abgrenzung vom Beruf des regulären Schauspielers erfolgte sekundär durch die gesellschaftliche Sanktion. Die öffentliche Meinung sah Sexualität weiterhin als reine Privatsache an und deklassierte deren öffentliche Zurschaustellung als primitiv. Schauspieler, die Pornofilme drehten, wurden somit aus der Reihe der seriösen Schauspieler ausgegrenzt und als Pornodarsteller bezeichnet.

In West-Deutschland wurde die Pornographie 1975 legalisiert und somit ein im Vergleich zu heute relativ kleiner Arbeitsmarkt für Pornodarsteller geschaffen. Das Vorführen von Pornofilmen war nur in eigens für Erwachsene und diesen Zweck gedachten Kinos erlaubt. Dadurch wurden Angebot und Nachfrage klein gehalten. Gleiches gilt für die USA.

Der Siegeszug des VHS in den 1980ern brachte eine deutliche Vergrößerung der Produktion und somit des Arbeitsmarktes für Pornodarsteller mit sich. Prominente aus dieser Zeit sind u.a. Teresa Orlowski, Sibylle Rauch und Traci Lords . Der Boom der Branche seit den 1990er Jahren verbreitert den Arbeitsmarkt kontinuierlich. Zudem widerfährt Pornodarstellern seit der Gründung des Privatfernsehens eine zunehmende allgemein-mediale Aufmerksamkeit. Sie treten als Talk-Show-Gäste auf und Reportagen über ihre Tätigkeit werden gesendet.

Einen weiteren Einschnitt in das Berufsbild bringt die Weiterentwicklung des Internets seit dem Ende der 90er-Jahre mit sich. Die Webcamtechnologie führte dazu, dass Webcamchats auf den Markt kamen. Hier zeigen Darsteller erotische oder pornographische Inhalte in eigener Regie bzw. in Interaktivität mit dem Kunden. Diese Form der Arbeit macht die Tätigkeit des Pornodarstellers nun einem weiteren Personenkreis zugänglich. All jene, die ihre Anonymität wahren wollen, können nun in die Erotikbranche einsteigen. Die Sendungen können in der Regel nicht gespeichert werden und welches Bildmaterial zu Werbezwecken veröffentlicht wird, bestimmt der Darsteller selbst. Dies hat dazu geführt, dass nun viele auch nebenberuflich oder als Hobby dieser Tätigkeit nachgehen. Zudem bieten die großen internationalen Produktionsfirmen über das Internet Lifesendung an, in denen sie ihre Darsteller vor der Kamera im Sinne eines Fernsehprogrammes agieren lassen.

Eine Weiterentwicklung ist der 2005 in Prag eröffnete Nachtclub Big Sister . Er verwischt die Grenze zwischen Pornodarstellerin und Prostituierter und zwischen Freier und Pornodarsteller. Für die Live-Sendungen und DVD-Produktionen treffen sich im Klub gemäß dem Ablauf in einem Bordell , Frauen mit Männern. Die Frauen sind fest angestellt, die Männer Privatpersonen, die in den Klub gehen. Die angebotenen sexuellen Dienstleistungen werden gefilmt. Die Personen werden dadurch zu Darstellern, da nicht die sexuellen Dienste an sich bezahlt werden. Die Frauen erhalten eine Gage und treten ihre Medienrechte ab, die Männer bezahlen mit dem Abtritt ihrer Rechte am Filmmaterial.

Die weitgehende Professionalisierung der Filmbranche hat weiter dazu geführt, dass den Darstellern nun - wie seriösen Schauspielern - auch PR-Aufgaben zugewachsen sind. Promotionveranstaltungen, Messen und Autogrammstunden gehören heute zum Alltagsgeschäft für die Größen der Branche. Seitdem Jenna Jameson , die Queen of Porn der USA, vor einigen Jahren sich als Celebrity in der Glamourwelt des Medienbusiness etabliert hat, gehören gesellschaftliche Verpflichtungen nun auch für einige wenige zum Beruf.

Gesellschaftliches und Beruf

Gesundheit

Autobiografien

Quellen

Weblinks

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