Phryne

Phryne ( - Phrýne) war eine berühmte griechische Hetäre aus Thespiai . Sie hieß ursprünglich Mnesarete ' und erhielt den Namen Phryne ("Kröte") wegen ihrer leicht olivfarbenen Hautfarbe. Sie war zunächst eine arme Kapernhändlerin, gelangte aber dann in Athen wegen ihrer Schönheit zu außerordentlichem Reichtum. Dieser erlaubte ihr sich zu erbieten, die Mauern Thebens auf eigene Kosten wieder aufzubauen, wenn die Thebaner die Inschrift darauf setzten: "Alexander hat sie zerstört, die Hetäre Phryne wieder aufgebaut" , was sie allerdings nie tat (berichtet durch den Grammatiker Kallistratos, zitiert in Athenaios' Gelehrtengastmahl, Buch XIII, 60).

Sie galt in ihrer Blütezeit als die Repräsentantin der Göttin der Schönheit und diente Apelles als Modell für seine Anadyomene und Praxiteles für seine knidische Aphrodite.

Angeblich soll niemand in der Lage gewesen sein, ihren Reizen zu widerstehen. Durch ihre Anmaßung, ihre Schönheit könne mit der der Aphrodite mithalten, wurde sie der Asebie (Gottlosigkeit) angeklagt. Diese Anklage gestaltete sich alsbald zu einem heftigen Skandal in ganz Athen. Der Legende nach soll Phryne vor einem Gericht (gebildet aus dem Areopag) ihre Haare herabgelassen, ihr Gewand abgelegt und den Versammelten ihren nackten Körper als "Beweismittel" vorgebracht haben. Weiter berichtet die Sage, dass sie daraufhin freigesprochen wurde. - Eine andere Version besagt, dass Phryne von ihrem Liebhaber und Anwalt, dem Politiker Hypereides ( - Hypereídes, 389-322 v. Chr.), entkleidet und dann freigesprochen wurde. Diese Szene hielt der französische Maler Jean-Léon Gérôme 1861 in seinem Bild "Phryne vor dem Areopag" ("Phryné devant l'aréopage") fest.

In einem Tempel zu Thespiä stand neben einer Aphrodite von Praxiteles auch eine Statue der Phryne vom selben Künstler.

Nachleben

Im Jahre 1922 nutzte der Rechtsanwalt Dr. Erich Frey die Phryne-Taktik, um für die wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses angeklagte Nackttänzerin Lola Bach Freispruch zu erlangen.

Literatur

  • Jacobs: Vermischte Schriften , Bd. 4. Leipzig 1830
  • Erich Frey: Ich beantrage Freispruch. Aus den Erinnerungen des Strafverteidigers Prof. Dr. Dr. Erich Frey . Blüchert Verlag, Hamburg, 1959

Weblinks

Verwandte Themen

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