Pascha (Köln)

Das Pascha ist ein Kölner Bordell und gilt als das größte Laufhaus Deutschlands.

Geschichte

Das erste Hochhausbordell Europas wurde am 11. Januar 1972 als namenloses Eros-Center in der dadurch bekannt gewordenen Hornstraße im Kölner Stadtteil Nippes eröffnet. Bis zu diesem Zeitpunkt arbeiteten die Kölner Prostituierten überwiegend in der Kleinen Brinkgasse mitten in der Kölner Innenstadt, was zum ständigen Ärger mit Anwohnern und Geschäftsleuten führte.

Der Rat der Stadt Köln beschloss deshalb, einen konzessionierten Betreiber auf städtischem Grund ein Hochhaus mit vielen kleinen Separees bauen zu lassen, um die Prostitution dort bündeln und kontrollieren zu können. Die Prostituierten kämpften um ihr Bleiberecht in der Innenstadt und reichten eine Klage gegen die Stadt ein, die das Oberverwaltungsgericht schließlich ablehnte.

Bis zum Ende der 70er Jahre liefen die Geschäfte gut, dann verließen die Frauen in großer Zahl das Haus und gingen in private Clubs. Erst 1995 nach einer Zwangsversteigerung und der Umbenennung in Pascha stieg die Kundenzahl wieder an.

Gegenwart

Das zehnstöckige Haus hat 126 Appartements, ein eigenes Restaurant, Schönheitscenter, Boutique, Waschsalon, Sonnenstudio und Bistros und gibt eine eigene Zeitung heraus. Im Pascha arbeiten Prostituierte aus vielen Nationen, und das Haus wirbt damit, bei Unzufriedenheit eine "Geld-zurück-Garantie" zu bieten.

Im Untergeschoss, über einen separaten Eingang zu erreichen, wurde mit dem "Nightclub PASCHA" ein Saal für Tanz-, Striptease- und Tabledanceshows eingerichtet. Dort finden gelegentlich auch Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt. 2007 sollte das schwul-lesbische Sommerblut-Festival im Pascha eröffnet werden. Nach Protesten wurde die Eröffnungsveranstaltung verlegt.

Bei einer im April 2005 vorgenommenen Razzia wurden im Pascha eine Schusswaffe, Munition und 5 g Kokain sichergestellt. Von 23 festgenommenen Personen wurden 6 anschließend wegen vermuteten Verstoßes gegen das Zuwanderungsgesetz dem Haftrichter vorgeführt. Anhaltspunkte für Zwangsprostitution fanden sich nicht.

Das Pascha hat sich zu einer Bordellkette entwickelt, die in München, Dresden und Salzburg vertreten ist.

Weblinks