Orgastische PotenzDer Begriff Orgastische Potenz wurde von dem Freud-Schüler Wilhelm Reich Mitte der 1920er Jahre in die Psychoanalyse eingeführt. Definitionen"Unter der orgastischen Potenz werden wir die Fähigkeit eines Menschen verstehen, zu einer Befriedigung zu gelangen, die der jeweiligen Libidostauung adäquat ist; ferner die Fähigkeit, weit häufiger zu dieser Befriedigung gelangen zu können, als den Störungen der Genitalität unterworfen zu sein, die auch beim relativ Gesündesten den Orgasmus gelegentlich stören. Die orgastische Potenz kommt unter gewissen Bedingungen zustande, die man nur beim genuss- und leistungsfähigen Menschen antrifft; beim neurotischen Menschen fehlen sie oder sind nur mangelhaft gegeben." Im Glossar zu seiner 1942 zuerst in englischer Übersetzung erschienenen "wissenschaftlichen Autobiographie" definiert Reich wie folgt: "Orgastische Potenz: Im wesentlichen die Fähigkeit zur vollständigen Hingabe an die unwillkürliche Konvulsion des Organismus und zur vollständigen Entladung der sexuellen Erregung auf dem Höhepunkt des Sexualakts. Sie fehlt immer bei Neurotikern. Sie setzt den genitalen Charakter voraus, also das Fehlen der pathologischen charakterlichen und muskulären Panzerung. Das Konzept ist weitgehend unbekannt. Orgastische Potenz wird meist nicht von erektiver und ejakulativer Potenz unterschieden, die jedoch beide nur Vorbedingung orgastischer Potenz sind." Das Konzept der orgastischen PotenzFreuds Annahme zur Libido war, dass die primäre Funktion des "Neuronensystems" sei, Energie unverzüglich und vollständig zur Abfuhr zu bringen und die sekundäre Funktion sei, Energie in bestimmten Neuronen und Neuronensystemen zu speichern. Freud ging davon aus, dass Störungen der Psyche durch Verhinderung der freien Entladung dieser libidinösen Energie in der Kindheit entstehen, z.B. durch moralische Verbote bestimmter lustvoll besetzter Handlungen, überprotektives oder übermäßig strenges Verhalten der Eltern etc. Reich stellte in der klinischen Arbeit mit seinen Patienten fest, dass alle Neurotiker eine Störung des sexuellen Verhaltens zu haben schienen. Er definierte solch eine Störung des Orgasmus nicht wie in der gängigen Definition (z.B. Kinsey im Kinsey-Report ) als eine reine Störungen der Fähigkeit einen (irgendeinen) Orgasmus zu erleben, sondern eher anhand der Empfindungsfähigkeit beim gesamten Geschlechtsakt . In einer Rede vor dem Psychoanalytischen Kongreß in Salzburg (1924) beschrieb er die orgastische Potenz als die Fähigkeit, sich "den Strömen der biologischen Energie ohne Hemmung hinzugeben", die Fähigkeit "zur vollständigen Entladung aller aufgestauten Sexualerregung durch unwillkürliche, lustvolle Kontraktionen des Körpers." So geht er zum Beispiel davon aus, dass ein Mann zwar eine Erektion haben kann, allerdings während des Geschlechtsakts keine "tiefen" Empfindungen hat, durch Gedanken übermäßig abgelenkt wird bzw. sich selbst ablenkt oder allzu sehr bemüht ist "gut" zu sein und dann bei einem Orgasmus nur ein mehr oder minder kurzes "Aufflammen" der Befriedigung erlebt.> Verwandte ThemenIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Orgastische Potenz" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Orgastische+Potenz&action=history
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