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Parallelen zwischen Orgasmuserleben und Todesvorstellungen

Nach Schriften des tibetischen Buddhismus durchläuft der Mensch im Orgasmus dieselben Bewusstseinsphasen wie während des Sterbens. Die im Tantra Yoga gelehrten Konzentrationstechniken nutzen dabei die so genannten acht "Phasen der Auflösung", die während des Orgasmus in kurzer Abfolge durchlaufen werden. Dabei geht es im Wesentlichen um die Übung sich von dem euphorischen Erleben nicht überwältigen zu lassen, sondern voll bewusst zu bleiben und das Erleben teilweise zu steuern. Nach tantrischer Auffassung wird dadurch die Wahrscheinlichkeit erhöht, während des Sterbeprozesses ebenso bewusst bleiben zu können und so Befreiung zu erreichen. Die Bedeutung des Orgasmus steht hier ganz in einem meditativen Kontext anstatt in einer sexuellen Erfüllung.

Manche Forscher sehen in den neurobiologischen Prozessen beim Orgasmus eine Parallele zu den Nahtoderlebnissen, bei denen Menschen im Angesicht einer tödlichen Gefahr oder auf der Schwelle zum Tod vorübergehend "aus ihrem Körper getreten" oder "in ein helles glücksbringendes Licht" eingetaucht seien.

Die französische Umschreibung für den Orgasmus La petite mort, "der kleine Tod", spiegelt die Assoziation Orgasmus und Tod sprachlich wider. In Dichtkunst und Literatur finden sich ebenfalls solche Entsprechungen, vergl. Kapitel Auszüge aus Roman und Dichtung.

Manche tibetischen und indischen Schulen gehen sogar so weit, den Orgasmus als Möglichkeit zu außerkörperlichen Erfahrungen anzusehen.

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