Olympia Press

Olympia Press ist der Name eines Literaturverlages. Er wurde von dem US-Amerikaner Maurice Girodias 1953 in Paris, Frankreich gegründet. Die Olympia Press veröffentlichte fast ausschließlich erotische Belletristik in englischer Sprache.

Maurice Girodias ist der Sohn von Jack Kahane, der bereits in den 1930er Jahren den Verlag Obelisk Press gegründet hatte. Vater und Sohn gaben der in Paris lebenden amerikanischen Künstlerkolonie Publikationsmöglichkeiten. Als Kunden hatten sie dabei in erster Linie amerikanische und englische Touristen im Auge, die in Paris, der damaligen "Hauptstadt der Liebe ", etwas erleben wollten. Also ließ Maurice Girodias seine schriftstellernden Kumpanen möglichst drastisch-erotische Geschichten schreiben. Er druckte sie dann, möglichst kleinformatig, damit sie besser im Gepäck versteckt werden konnten.

Manches von dem, was damals als "Schweinkram" galt, hat heute den Rang von Weltliteratur.

Wichtige Erstausgaben

  • Vladimir Nabokov: Lolita (1955)
  • J. P. Donleavy: The Ginger Man (1955)
  • Pauline Reage: Story of O
  • William S. Burroughs : Naked Lunch
  • Terry Southern: Candy
  • Samuel Beckett: Molloy (1951), Malone Dies (1951), The Unnamable (1953)
  • Henry Miller
  • Raymond Queneau
  • Jean Genet
  • Georges Bataille

Als die harten Zensurbestimmungen in den USA gelockert wurden, zog Maurice Girodias nach New York um. Er zog sich 1973 zurück und verkaufte den Verlagsnamen an Jörg Schröder, der mit Pornographie in deutscher Sprache auf die gerade anrollende Sexwelle aufsprang und mit den Gewinnen seinen Hauptverlag, den März Verlag, finanzierte.

Literatur

  • Maurice Girodias: Lolita, Nabokov and I . Artikel in der Zeitschrift Evergreen , September 1965
  • John de St Jorre: VENUS BOUND. The Erotic Voyage of the Olympia Press and Its Writers . New York: Random House, 1994

Weblinks