Objektsexualität

Objektsexualität oder Objektophilie bezeichnet eine sexuelle Präferenz, die auf Gegenstände, etwa Maschinen, Autos oder Bauwerke, gerichtet ist.

Erscheinung

Diese Variante der menschlichen Sexualität ist extrem selten anzutreffen. Vom Fetischismus unterscheidet sie sich dadurch, dass das Objekt nicht nur als Stimulanz dient, sondern als eigenständiges, quasi-personelles Gegenüber wahrgenommen und als anziehend empfunden wird. Während beim Fetischismus ein Gegenstand, wie auch ein Körperteil als Partialobjekt, den Menschen repräsentiert, wobei das Begehren auf den Menschen gerichtet bleibt, ist bei der Objektophilie das primäre Begehren auf das Objekt gerichtet. Hinzu kommen häufig animistische Denkweisen, so dass das Objekt nicht als toter Gegenstand, sondern als beseeltes Wesen empfunden wird. Diese Neigung stellt demnach kein rein sexuelles Phänomen dar, sondern ist auch von vielen Gefühlen geprägt, die man für sein gegenständliches Gegenüber hegt. Die Vorliebe für bestimmte Objekte kann sehr unterschiedlich ausfallen, so wie auch im zwischenmenschlichen Bereich jeder etwas anderes bevorzugt. Die Ausprägungen der Objektophilie variieren, so gibt es einerseits Menschen, die zugleich eine Partnerschaft zu Menschen und Gegenständen leben (können), als auch Menschen, die ausschließlich Dinge als ihre Partner ansehen.

Ursachen

Über die Ursachen der Objektsexualität ist bislang nur wenig bekannt, die Wissenschaft rätselt noch über die Gründe dieser Neigung. Denkbar wäre eine genetische Veranlagung und/oder eine Prägung durch äußere Umstände und Umwelteinflüsse; auch ein Vermeidungsverhalten oder eine Reaktionsbildung als Angstabwehr gegenüber Menschen könnte in Betracht kommen.

Folgen

Es kann zu Schwierigkeiten in einer Partnerschaft oder Ehe kommen, sofern man überhaupt in einer zwischenmenschlichen Beziehung lebt, wenn man ausschließlich objektophil empfindet. Die Neigung kann auf Unverständnis, Diskriminierung oder Spott seitens der Mitmenschen stoßen.

Behandlung

Über die Behandlung von Objektsexualität bzw. Versuche dazu ist wenig bekannt. Fraglich ist zudem, ob es einer Behandlung bedarf, solange kein Leidensdruck besteht, d.h. der Betroffene seine Neigung weder als Problem wahrnimmt noch für ihn dadurch Probleme entstehen.

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