Nymphomanie

Die Nymphomanie - abgeleitet von den griechischen Nymphen und von gr. mania: Manie, Wahnsinn - ist die Bezeichnung für ein übermäßig gesteigertes Verlangen von Frauen nach möglichst viel Geschlechtsverkehr . Von Nymphomanie spricht man in der Regel jedoch nur, wenn der Wunsch nach Sexualität mit Promiskuität , also häufigem Partnerwechsel einhergeht. Bei Männern wird dieses Phänomen als Satyriasis oder "Donjuanismus" bezeichnet. In der Wissenschaft gilt der Begriff als veraltet.

Begriffsproblem

Der Begriff Nymphomanie bzw. Nymphomane oder Nymphomanin wird in der Regel als abwertende Fremdzuschreibung gebraucht und ist in hohem Maße von kulturellen Wertvorstellungen und Sitten, insbesondere von historisch sehr wandelbarer Sexualmoral abhängig. Besonders fraglich ist, welches Sexualverhalten als "normal" und welches als "gesteigert" angesehen werden soll.

So gelten beispielsweise für einige Vertreter des Islams, aber auch für manche Christen, die westlichen Freiheiten der Partnerwahl und die Akzeptanz vorehelichen Geschlechtsverkehrs als unsittlich, wodurch durchschnittliche westliche Frauen für manche Muslime als "nymphoman" gelten, während sie hierzulande als normal akzeptiert sind. Auch ist ein analoges Verhalten bei Männern in der Regel weniger negativ bewertet, sondern wird teilweise sogar als besonders erstrebenswertes Verhalten interpretiert. Der Begriff der Nymphomanie wird deshalb in der Fachliteratur kaum verwendet, wobei auch neutralere Begriffe wie Hypersexualität aufgrund der inhaltlichen Problematik umstritten sind.

Psychologische Dimension

Trotz der kulturellen Relativität des Begriffs verweist das, was man mit Nymphomanie zu bezeichnen versucht, zumindest in einigen Fällen tatsächlich auf psychische Probleme der betroffenen Menschen, unter denen diese auch tatsächlich subjektiv leiden. So ist eine Fixierung zwischengeschlechtlichen (oder auch gleichgeschlechtlichen) Verhaltens auf die Ebene des Sexuellen oft Ausdruck einer psychisch tief sitzenden Bindungsangst, die in einer kalten, gefühllosen und mechanischen Sexualität jenes Bedürfnis nach Nähe auszuleben versucht, das als tiefere partnerschaftliche Bindung ängstlich vermieden wird. Sexualität wird dann zur Sucht und Ersatzbefriedigung für wirkliche Liebe , vergleichbar mit anderen Süchten wie Alkoholismus oder Drogenkonsum. In vielen Fällen können Psychotherapien, etwa die Psychoanalyse, dazu beitragen, die unbewussten, eventuell familiären Ursachen derartigen Suchtverhaltens zu verstehen und auch therapeutisch zu verändern.

In der Psychiatrie gilt ein übermäßig gesteigerter Geschlechtstrieb als Symptom - oder, in der axialen Bewertung im ICD und im DSM-IV als Indikator - für die Diagnose verschiedener Persönlichkeitsstörungen. Das "Krankheitsbild Nymphomanie" ist dagegen inzwischen aus dem DSM-IV entfernt, im ICD-10 ist es hingegen aufgeführt.

Kommerzialisierung

Siehe auch

Weblinks

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