NollendorfplatzDer Nollendorfplatz (im Volksmund Nolle oder Nolli ) ist ein Platz im Berliner Stadtteil Schöneberg. Er wurde als Teil des Generalszuges am 27. November 1864 nach der Schlacht bei Kulm und Nollendorf benannt. Nollendorf liegt im böhmischen Erzgebirge und heißt auf tschechisch Naklé?ov . Die Schlacht fand im Rahmen der Befreiungskriege gegen Napoleon statt. Vor der Umbenennung war der Nollendorfplatz Teil der Gürtelstraße . Der Platz selbst wurde erst um 1880 angelegt. Der westliche Teil gehörte bis 1938 zu Charlottenburg. Das Metropol, das 1906 als Neues Schauspielhaus erbaut wurde, ist neben dem Hochbahnhof der U-Bahn das markanteste Gebäude am Platz (siehe hierzu eigenen Artikel). Im Haus Maaßenstraße 1 direkt am Nollendorfplatz wurde 1886 der Dirigent Wilhelm Furtwängler geboren. Erich Kästner verpflanzte viele seiner Geschichten, wie Emil und die Detektive (1929) rund um den Nollendorfplatz. Der Platz gilt als das westliche Zentrum der Lesben- und Schwulenszene in Berlin, das sich bis zum benachbarten Winterfeldtplatz und die traditionsreiche Kneipenszene und multikulturelle Restauration der umliegenden Kiezstraßen wie Motzstraße , Maaßenstraße oder Nollendorfstraße bis hin zur Goltzstraße erstreckt. Während der Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus unter dem Zeichen des Rosa Winkel wurden die homosexuellen Lokale rund um den Nollendorfplatz geschlossen oder zur Anlegung von "Rosa Listen " (Homosexuellen-Karteien) durch Razzien missbraucht , wie die unten rechts abgebildete Gedenktafel am U-Bahnhof festhält. Heute befinden sich am Nollendorfplatz das schwul-lesbische Beratungs- und Informationszentrum Mann-O-Meter , sowie der schwul-lesbische Buchladen Bruno's. Christopher Isherwoods Bücher Mr. Norris steigt um (1935) und Leb wohl, Berlin (1939) spielten teilweise in der naheliegenden Nollendorfstraße und den traditionsreichen Schwulenkneipen wie dem Eldorado, welches auch von Erika und Klaus Mann beschrieben wird. U-BahnhofDer im Jahr 1902 eröffnete U-Bahnhof Nollendorfplatz ist heutzutage der U-Bahnhof, an dem mit den vier Kleinprofillinien U1-U4 die meisten Berliner U-Bahnlinien halten. Der Bahnhof besteht aus einem Hochbahnhof mit einer großen Kuppelkonstruktion, an dem die Züge der U2 halten, sowie einem zweistöckigen unterirdischen Bahnhof (U1, U3, U4). Die beiden unterirdischen Bahnsteige liegen übereinander und sind durch Treppen verbunden. Am oberen Bahnsteig halten die Züge Richtung Osten (U1, Endstation der Linien U3 und U4), im unteren die in Richtung Westen bzw. Süden. LiteraturSiehe auchVerwandte Themen
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