Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebtNicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt ist ein im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks gedrehter provokanter Film von Regisseur Rosa von Praunheim . In ihm wird das damalige Leben vieler Schwuler Anfang der 70er in der Subkultur und die daraus zu ziehenden Konsequenzen behandelt. Er richtet sich nicht an die "Unterdrücker", sondern an die Homosexuellen selbst. Die These des Films: Die schlechte Situation, in der sie lebten, sei hausgemacht. Tenor des Films ist, dass Schwule ihre unmäßige Angst überwinden und aus ihren Verstecken kommen sollen, um solidarisch und kämpferisch miteinander für eine bessere, gleichberechtigtere Zukunft anzutreten. Dadurch wurde er zum Auslöser für die Entstehung der modernen Schwulenbewegung nach Stonewall im deutschsprachigen Raum, war gleichzeitig aber auch sehr umstritten. Die Fernsehausstrahlung wurde zum Skandal. HandlungDer junge Daniel aus der Provinz kommt nach Berlin und trifft dort auf Clemens. Beide erleben die große Liebe , ziehen zusammen und versuchen die bürgerliche Ehe zu kopieren. Nach vier Monaten trennen sie sich aber wieder, da Daniel inzwischen einen älteren, reicheren Mann kennengelernt hat, in dessen Villa er zieht. Wenig später betrügt ihn sein älterer Freund bei einem Musikabend. Für ihn war Daniel nur ein Objekt. Daniel beginnt in einem Homosexuellen-Café zu arbeiten, kleidet sich nach der neuesten Mode und passt sich schnell an die Ideale der Subkultur an. Er lässt sich bewundern und verbringt seine Freizeit im Strandbad. Nachts geht er in Homosexuellen-Bars und wird immer mehr von den ständig wechselnden sexuellen Abenteuern abhängig. Nach einiger Zeit entdeckt er die Reize des Cruising in Parks und auf Toiletten, wo er auch erlebt, wie ältere Homosexuelle zusammengeschlagen werden. Zu später Stunde landet er einmal in einer Transvestitenkneipe, in der sich um diese Zeit alles trifft, was bis dahin keinen Partner gefunden hat. Hier trifft er Paul, der ihn mit in seine schwule Wohngemeinschaft nimmt. Die Gruppe diskutiert mit ihm über die Probleme des schwulen Lebens und macht ihm klar, dass er ein sehr oberflächliches Leben führt. Seine Aufgabe als emanzipierter Schwuler sei es, sich dazu zu bekennen und aktiv andere Inhalte zu schaffen als nur Mode und Sex . Man schlägt ihm vor, sich politisch zu organisieren und gemeinsam mit anderen Schwulen über menschliche Formen des Zusammenlebens nachzudenken. Historische BedeutungZitate und GrundaussagenKritikenWeitere FilmdatenWeblinksVerwandte Themen
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