Netzstrumpf

Netzstrümpfe , auch Ajour-Strümpfe genannt, waren ursprünglich Webwaren bzw. Maschenwaren aus Baumwolle, von grober Loch- bzw. Fischnetzmusterung bis zu sehr feiner Häkel-Optik, die durch spezielle Dreherbindungen und die Verschiebung einer Masche auf die nächste Nadel hergestellt werden. Die ersten Netzstrümpfe waren schwarz und ajour -gestickt. Unter klassischer Ajour -Technik versteht man eine Stickerei, bei der mit einem Faden locker gewebte Stofffäden zusammengezogen werden, dabei entstehen Durchbrüche. Die Ränder zum Anstrapsen (der Abschlussbund) müssen nicht versäubert werden, da die Durchbrüche nur durch das Zusammenziehen der Fäden erreicht werden; außerdem wird ein Spitzenabschluss eingearbeitet. Mit unterschiedlichen Stichvariationen erreicht man unterschiedliche Arten von Durchbrüchen, die dann noch mit weiteren Spitzenstichen gefüllt werden können.

Heutzutage werden Netzstrümpfe maschinell und vollautomatisch aus starken Elasthan- bzw. Polyamid-Fäden oder haltbarer Naturfaser wie 10 bis 20-Denier-Edelseide bzw. Schur- und Baumwolle hergestellt (während Nylonstrümpfe aus hauchzarten Microfasern wie Nylon, Polyester und Acryl bestehen). Die verschiedenen Fasern, Microfasern inklusive, kann man miteinander mischen. Moderne Netzstrümpfe werden mit oder ohne Ziernaht an der Beinrückseite (in 1950er Jahre Nostalgieoptik, ggf. mit Strasssteinen besetzt), mit verstärkter (Hoch-)Ferse (die hochgezogene so genannte "Cubaferse"), Sohle und Fußspitze in allen denkbaren - auch sehr extravaganten - Farben hergestellt. Sie sind in der Regel elastisch, vorgeformt (perfekt auf die Anatomie der Beine abgestimmt), oberschenkellang, halterlos (stay up ) und mit einem rutschfesten Spitzenabschluss versehen. Netzstrümpfe variieren in allen Längen zwischen Söckchen bis hinauf zum Beinansatz und mit integrierten Trägern (statt Strapse ) bis zur Taille - oder mit (meist blickdichtem) Höschenteil sowie "ouvert" als Strumpfhose. Populär sind das Stretch-Grobnetz (das so genannte Chanson -Rautenmuster), das raffinierte Spinnennetz-Muster und das schräg verlaufende Ringel-Design . Netzstrümpfe im engeren Sinne - ähnlich wie Nylonstrümpfe - bedecken im Unterschied zu einer Strumpfhose nicht das Gesäß .

Geschichte des Netzstrumpfs

Erfunden wurden Netzstrümpfe um 1890 in Frankreich. Die genaue Herkunft ist unklar, der Cancan in Paris machte sie weltberühmt. Es waren kurze, schwarze Strümpfe, oft mit roter Schleife am Saum und/oder am Knöchel (Strumpfband ), die unter den weißen Unterröcken der Tänzerinnen für Furore sorgten. Vorläufer waren die Petinetstrümpfe , Strümpfe mit Durchbruchmuster, die zunächst auf handbetriebenen Flachstrickmaschinen und dann, seit etwa 1880 auf Cottonmaschinen halbautomatisch hergestellt wurden. Nicht nur die Tänzerinnen in Paris trugen die Netzstrümpfe, auch die Kokotten. Es spielte deshalb nicht nur Stolz, sondern auch unterdrückte Furcht mit, wenn die Geschichtsbücher vermerken, dass in den USA 1908 das erste Paar Netzstrümpfe aus Paris eintraf.

Lange Zeit schickte es sich überhaupt nicht, Netzstrümpfe in der Öffentlichkeit herzuzeigen - es sei denn im Karneval, wenn die bürgerlichen Konventionen außer Kraft gesetzt sind.

Netzstrümpfe sind auch mit dem Netzschleier verwandt, den die Damen der Gesellschaft in der Belle Epoque vor dem Gesicht trugen.

kulturelle Verbreitung

Funktion des Netzes

Siehe auch

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