Nacktsport

Nacktsport ist die unbekleidete Ausübung sportlicher Tätigkeiten. Die Ursprünge des modernen Nacktsports gehen auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück, als die Freikörperkultur entstand. Aus einem romantischen Naturverständnis heraus und aus gesundheitlichen Gründen verzichteten die FKK-Anhänger beim Sport auf Bekleidung, um sich möglichst frei in der Natur zu bewegen. Die Geschichte des Nacktsports ist aber viel älter.

Vorteile der Nacktheit beim Sport

Der Hauptvorteil der Nacktheit beim Sport ist der bessere Temparaturausgleich des Körpers durch ungehindertes Schwitzen. Ein zweiter Vorteil ist der wegfallende Aufwand für Erwerb, Pflege und Reinigung von Sportbekleidung. Aufgrund des kommerziellen Interesses der Sportbekleidungsindustrie hat der Nacktsport keine wirtschaftliche Interessenvertretung (Lobby). Ein weiterer Vorteil ist das angenehme Gefühl der Nacktheit insbesondere bei körperlicher Aktivität.

Allerdings erfordern auch manche Sportarten Bekleidung, sei es zum Schutz (Fechten), zum Warmhalten des Körpers (Wintersport) oder weil der Bekleidung eine eigene Funktion in der entsprechenden Sportart zukommt (Judo, Sumo). Wo keines dieser Argumente zutrifft, wäre eigentlich eher die Bekleidung als die Nacktheit beim Sport begründungsbedürftig.

Verbreitung

Es gibt kaum zuverlässige Angaben über die Verbreitung der Nacktheit beim Sport in Deutschland. Aus Umfragen ist aber bekannt, dass bis zu zwölf Millionen Deutsche zumindest gelegentlich nackt baden oder sonnen. Nimmt man an, dass 5 Prozent von ihnen dabei auch Sport treiben , errechnet sich eine Zahl von 500.000 Nacktsportlern. In FKK-Vereinen sind heute in Deutschland noch rund 50.000 Menschen organisiert, nach bis zu 150.000 in den frühen 1970er Jahren. Da sich diese Vereine als Sportvereine verstehen, betreibt ein nicht geringer Teil seiner Mitglieder auch Sport.

Nacktsport zwischen Provokation und Akzeptanz

Mitunter wurde und wird der Nacktsport als Mittel eingesetzt, um Aufmerksamkeit für Protestaktionen zu erreichen. Ein Beispiel hierfür ist der jährliche World Naked Bike Ride (bei dem am 12. Juni 2004 mehr als 1000 Menschen in 24 meist nordamerikanischen Städten teilnahmen), mit dem unter anderem auf die Gefahr der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen hingewiesen werden soll.

Ein historisches Beispiel für Nacktsport als Mittel des Protests ist die Legende der Lady Godiva. Von dieser Gräfin des 11. Jahrhunderts wird erzählt, dass sie nackt , nur von ihrem langen Haar bedeckt, durch Coventry geritten sei, um damit gegen die hohe Steuerlast der Bürger zu protestieren.

Ein Meilenstein für die Akzeptanz des Nacktsports in Deutschland war die Aufnahme des Deutschen Verbandes für Freikörperkultur (DFK) in den Deutschen Sportbund im Jahre 1963. Seitdem gewannen viele deutsche FKK-Vereine die Gemeinnützigkeit, weil sie die sportliche Betätigung ihrer Mitglieder förderten.

Allerdings findet Nacktsport auch außerhalb privater bzw. teilöffentlicher Bereiche viel Akzeptanz. So berichten Nacktsportler und -wanderer von neutralen bis wohlwollenden Reaktionen bei Begegnungen mit Bekleideten, Umfragen bestätigen diese Erfahrungen. Beim Nacktreiten ist die Akzeptanz eher noch größer. Dies mag damit zusammenhängen, dass dabei der Pferdekörper die Sicht auf die Geschlechtsregionen der Reiterinnen und Reiter weitgehend verdeckt.

Geschichte

Organisierter Naturismus und Nacktsport in Deutschland

Einzelne Sportarten

Internationale Treffen und Wettbewerbe

Literatur

Weblinks

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