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Müller-Gang: Weibliche Sexualdifferenzierung

Da weibliche Feten konsequenterweise kein AMH bilden können, kommt es bei ihnen im Gegenteil zu einer weiteren Ausdifferenzierung des Müller-Gangs, wobei Östrogene unterschiedlichen Ursprungs für diese Weiterentwicklung verantwortlich sein dürften. Bei ihnen werden ohne AMH Eileiter (Tuba uterina), Gebärmutter (Uterus) und Scheide (Vagina) gebildet.

Zu Beginn lässt sich der Müller-Gang in drei Abschnitte gliedern:

  1. den kranialen Teil, der vertikal verläuft und
  2. den mittleren Teil, der den Wolff-Gang überkreuzt und quer Richtung Leibesmitte zieht. Diese beiden Anteile entwickeln sich zu beiden Seiten der Leibeshöhle zu den Eileitern, wobei der oberste Anteil mit seiner Öffnung in die Zölomhöhle das Infundibulum der Tube bilden wird.
  3. den unteren, wieder vertikal verlaufenden Teil, der sich mit seinem Gegenpart - der von der anderen Körperseite in die Körpermitte gezogen ist - vereinigen und letztlich den Uterus und den oberen Anteil der Scheide bilden wird. Dies erklärt im Übrigen auch, weshalb Männer mit einem Müller-Gang-Persistenzsyndrom vom äußeren Erscheinungsbild her völlig unauffällig sind.

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