Michael RoesMichael Roes (* 7. August 1960 in Rhede/Westfalen) ist ein deutscher Schriftsteller. LebenMichael Roes wuchs in Bocholt auf. Nach dem Abitur studierte er Psychologie, Philosophie und Germanistik an der Freien Universität Berlin, wo er 1985 sein Diplom in Psychologie machte. Von 1985 bis 1989 war er Regie- und Dramaturgieassistent an der Berliner Schaubühne und an den Münchner Kammerspielen. Es folgte ein Studienaufenthalt in der Wüste Negev. 1991 promovierte Roes mit einer Arbeit über Isaak und das Sohnesopfer zum Doktor der Philosophie. 1993 bis 1994 hielt er sich studienhalber in der jemenitischen Wüste auf; seine dortigen ethnologischen Studien verarbeitete er in dem Roman "Rub' al-Khali", mit dem er sich bei Fachbereich Ethnologie der Freien Universität habilitierte. Er unternahm weitere Forschungsreisen in die Vereinigten Staaten und nach Afrika, die ihn jeweils zu neuen Werken anregten. 2001 entstand unter seiner Regie im Jemen eine filmische Neubearbeitung von Shakespeares "Macbeth", 2003 der Dokumentarfilm "Stadt des Glücks" über die heutige algerische Jugend, und 2004 der Spielfilm "Timimoun", eine moderne algerische "Orestie". Michael Roes' Werk, das u.a. in der Tradition von Bruce Chatwin und Hubert Fichte steht, umfasst Romane, Gedichte und Theaterstücke. Zentrale Themen sind die Begegnung mit dem Fremden und die Verständigungsschwierigkeiten bei solchen Begegnungen. Roes' Werk umkreist in immer neuen Variationen das Thema der Grenzen, an der sich Fremdheit und Vertrautheit, die Unzugänglichkeit und Unerbittlichkeit des Anderen treffen mit dem Bestreben, diesen Abstand zu überwinden, sei es in Form einer hermeneutischen, also von kulturellen Vorurteilen geleiteten Usurpation, oder aber der respektvollen Anerkennung. Roes ist mit seinem Werk auf der Suche nach einer neuen Form des Verständnisses, das einerseits ohne die Pathosformeln wohlmeinender, aber in ihrer Naivität verantwortungslosen Verständigungsversuche auskommt, gerade weil es zur conditio humana gehört, sich dem Anderen und dem Fremden stellen zu müssen. Roes Arbeiten machen deutlich, dass in einem Zeitalter der fast universalen Begegnungsmöglichkeit mit dem Fremden nicht der Begriff der anverwandelnden Nähe als das Leitmotiv einer Beschreibung der Begegnung tauglich ist, sondern eher der Begriff des Prekären oder, vielleicht treffender noch, der der Ambivalenz. Michael Roes zeigt in seinen Romanen, dass solche Begegnungen Wagnisse sind, in denen die eigene kulturelle Identität aufs Spiel gesetzt werden muss, um Verständigung nicht von vornherein scheitern zu lassen. Er begreift die Kommunikation mit dem Fremden als Einsatz (und dies, wie die exotischen Theater seiner Reiseabenteuer belegen, im unmittelbaren Sinn des Wortes), in dem das Gleichgewicht des kommunikativen Austauschs immer unentschieden bleibt. Die "Lösung" des Problems interkultureller Begegnung kann Roes deshalb in einer Art Schwebezustand belassen, weil das kommunikative Geschehen nur dem Anschein nach, aber nicht in der Tiefe, nach dem Modell eines rational austarierten Gleichgewichts der Diskurspartner funktioniert. Ihr konkretes Verhalten wird viel weniger durch ihre Vernunftbegabtheit und Zugehörigkeit zu einer "Kultur" gesteuert, sondern von jenen Antrieben, die aus dem im Körper beheimateten Begehren an die Oberfläche der Sprache dringt. Neben verschiedenen Stipendien erhielt Roes 1992 den Förderpreis zum Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis, 1997 den Bremer Literaturpreis und 2006 den Alice-Salomon-Poetik-Preis. WerkePremierenFeaturesFilmePreise und AuszeichnungenIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Michael Roes" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Michael+Roes&action=history
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