Mehrlinge

Mehrlinge sind zwei oder mehr Kinder einer Mutter und eines Vaters, die innerhalb der gleichen Schwangerschaft herangewachsen sind und in der Regel im Verlauf des gleichen Geburtsvorganges zur Welt kommen. Der Begriff wird meist nur verwendet, wenn nicht der Spezialfall einer Zwillingsschwangerschaft vorliegt.

Entstehung und Häufigkeit

Die Entstehung von Drillingen und höhergradiger Mehrlinge entspricht der der Entstehung von Zwillingen.

Drillinge entstehen auf natürliche Weise, wenn es nach der Zwillingsbildung nochmals zu einer Teilung kommt. Entsprechend lässt sich die Häufigkeit von Mehrlingsschwangerschaften nach der Hellin-Hypothese (auch Hellin-Regel ) als Potenz der Häufigkeit von Zwillingsgeburten errechnen lassen, wobei der Exponent die Anzahl der Kinder minus Eins ist.

Bei einer angenommenen Häufigkeit von Zwillingsschwangerschaften von 1:85 (aufgrund von Hormonbehandlung und künstlicher Befruchtung liegt die Quote heute in der betroffenen Gruppe sowie der Gesamtpopulation höher) ergeben sich folgende Häufigkeiten für Mehrlingsgeburten:

Anzahl Kinder Formel Häufigkeit in Prozent
Zwillinge 1:85^1 1:85 ca. 1,2
Drillinge 1:85^2 ca. 1:7.000 ca. 0,01
Vierlinge 1:85^3 ca. 1:600.000 ca. 0,0002
Fünflinge 1:85^4 ca. 1:50.000.000 ca. 0,000002

Zeichen einer Mehrlingsschwangerschaft

Die Hinweise für eine Mehrlingsschwangerschaft können in sichere und unsichere Zeichen eingeteilt werden:

unsichere Zeichen

  • auffällig hohe HCG-Konzentration im Blut
  • übergrößer Bauchumfang,
  • ausgeprägt erhöhter Fundusstand (oberer Rand der Gebärmutter ),
  • auffallend viele Kindsbewegungen,
  • mehr als zwei "große" und "harte" Kindsteile, die Kopf oder Steiß sein könnten,
  • auffallend viele kleine Kindsteile.

sichere Zeichen

Sichere Zeichen sind demgegenüber

  • die Aufzeichnung von mindestens zwei Herztönen unterschiedlicher Frequenz in der fetalen Echokardiografie,
  • Nachweis mindestens zweier Feten in der Sonografie.

Als indirekter Hinweis muss auch das Auftreten von Mehrlingsschwangerschaften in der Familie genommen werden. Dies betrifft ausschließlich Schwangerschaften mit mehreiigen Mehrlingen; monozygotische Mehrlinge treten nicht familiär gehäuft auf. Folglich kann eine Disposition zu Mehrlingsschwangerschaften ausschließlich über die Familie mütterlicherseits vererbt werden.

Mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Mehrlingsschwangerschaft ist nach einer künstlichen Befruchtung zu rechnen.

Risiken

Berühmte Mehrlinge

Siehe auch

Weblinks

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