Marthe Richard

Marthe Richard geb. Betenfeld (* 1889 in Blâmont im Departement Meurthe-et-Moselle, gest. 1982 in Paris) war eine französische Prostituierte und spätere Stadtverordnete von Paris. Bekannt wurde sie als Initiatorin des nach ihr benannten Gesetzes La loi Marthe Richard , durch welches im Jahr 1946 sämtliche Bordelle in Frankreich geschlossen wurden.

Leben

Richard wuchs in einfachen Verhältnissen im Elsass auf. Bereits mit 16 Jahren ging sie zunächst in Nancy, später dann in Paris der Prostitution nach. Nach ihrer Heirat mit dem Fischhändler Henri Richer 1915 etablierte sie sich in der gehobenen Gesellschaft von Paris. Später änderte sie ihren Namen in Richard.

Nach dem Tod ihres ersten Ehemanns heiratete sie im Jahr 1926 Thomas Crompton, den damaligen Direktor der Rockefeller-Stiftung in Frankreich. Durch diese Hochzeit wurde sie britische Staatsbürgerin und verlor ihren französischen Pass.

Spionage

Im Rahmen des "Patriotisme horizontale" ging Richard einer besonderen Form der Spionage nach. Von ihrem Führungsoffizier Georges Ladoux, der unter anderem auch Mata Hari angeworben hatte, wurde sie auf den deutschen Offizier Baron von Krohn angesetzt. Im Verlaufe der Beziehung zu von Krohn konnte sie ihm einige geheime Informationen zu deutschen U-Booten entlocken.

Im Jahr 1937 wurde ihr Leben unter dem Titel "Marthe Richard au service de la France " von Raymond Bernard verfilmt.

Weblinks

Literatur

  • Natacha Henry, ''Marthe Richard, L'aventurière des maisons closes'', éd. Punctum, 2006
  • Elisabeth Coquart, Marthe Richard, de la petite à la grande vertu , Payot, 2006

Verwandte Themen

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