Martha (Film)

Martha ist ein deutscher Spielfilm von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1974. Der Film schildert im Hauptteil die Entwicklung der sadomasochistischen Beziehung zwischen Martha (Margit Carstensen) und Helmut Salomon (Karlheinz Böhm).

Handlung

Martha, Anfang 30 und noch unberührt, unternimmt mit ihrem Vater (Adrian Hoven) eine Urlaubsreise nach Rom. Auf der Spanischen Treppe erleidet ihr Vater einen tödlichen Herzinfarkt. In der Folge trifft Martha in der deutschen Botschaft den ihr unbekannten Helmut Salomon (Karlheinz Böhm). Zurückgekehrt begegnet sie ihm nach einiger Zeit wieder, schon kurz darauf heiraten sie. Martha ist von Salomons Dominanz und Charisma überwältigt. Auf der gemeinsamen Hochzeitsreise beginnt Helmut systematisch, Martha nach seinen Vorstellungen zu "erziehen".

Schon bald beginnt Salomon in einer angemieteten Villa, Martha immer stärker zu isolieren. Ohne ihr Einverständniss kündigt er ihren Arbeitsvertrag, veranlasst die Einweisung ihrer Mutter und lässt das Telefon aus dem Haus entfernen. Er fordert von Martha absolute Exklusivität und Ergebenheit. Diese lehnt sich gegen seine Forderungen aus Liebe nicht auf. Die Beziehung der beiden wird zunehmend durch Salomons MaleDom geprägt und entwickelt offen sadomasochistische Züge.

In der Abwesenheit ihres Mannes trifft Martha Herrn Kaiser (Peter Chatel), einen ehemaligen Kollegen. Als dies Salomon später klar wird, glaubt Martha schließlich, dass er sie töten will. Sie verursacht bei einer Autofahrt mit Kaiser einen Unfall, bei dem dieser stirbt und sie selbst gelähmt überlebt.

Salomon hat nun die Gelegenheit, sie zukünftig vollkommen zu pflegen und zu kontrollieren.

Kritiken

  • "Eine erschreckende schwarze Komödie - ein verheerender Blick auf eine spießbürgerliche Ehe , dargebracht in einem überdrehten verschnörkelten Stil." Chicago Reader

Dies und Das

  • Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) beteiligte sich finanziell an der Produktion.
  • Die deutsche Kinoerstaufführung fand in einer restaurierten Fassung am 17. November 1997 statt, nachdem die Produktion aus rechtlichen Gründen 20 Jahre lang nicht im Kino hatte gezeigt werden dürfen.
  • In dem Film ist auch die berühmte 360-Grad Kamerafahrt von Michael Ballhaus zu sehen. Dazu Ballhaus:"Ich bemühe mich, dass die Bilder etwas anderes erzählen als der Dialog. Etwas, das die Menschen mit Worten nicht preisgeben."

Format

  • Der Film wurde auf 16mm Farbfilm gedreht und später auf das 32mm-Format übertragen.

Weblinks

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