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Männlichkeit im westlichen Kulturraum

Die im westlichen Kulturkreis dem ?Männlichen' unausgesprochen oder ausgesprochen zugeschriebenen Charakteristika sind:

  • Eher physische Merkmale:
    • (Körper-)Kraft (dem gegenüber ?weiblich': Leidensfähigkeit)
    • Rohe Sinnlichkeit (dem gegenüber ?weiblich': Zartheit, ganzheitliche Erotik)
  • Eher charakterliche Merkmale:
    • Mut, Risikobereitschaft und Abenteuerlust (dem gegenüber ?weiblich': Zaghaftigkeit, Besonnenheit, Familiensinn, Furchtsamkeit)
    • Angriffslust, Gewaltbereitschaft (dem gegenüber ?weiblich': Geduld, List, Täuschung)
    • Dominanz, Führungsanspruch, (dem gegenüber ?weiblich': Fügsamkeit, schwankendes Urteil),
    • Selbstbeherrschung, auch Gefühlskälte, Coolness, (dem gegenüber ?weiblich': Impulsivität, Warmherzigkeit)
  • Eher mentale Merkmale:
    • technische und organisatorische Gaben (dem gegenüber ?weiblich': soziale Kompetenzen)
    • Rationalismus, also auch: Abstraktes Denken, Starrsinn (dem gegenüber ?weiblich': konkretes Fühlen, Kreativität, Anpassungsfähigkeit, Schwachmut, Irrationalismus).

Diese Zuschreibungen werden außerhalb des wissenschaftlichen Diskurses weithin für archetypisch gehalten, entpuppen sich aber bei näherer kritischer Betrachtung nicht selten als Stereotypen. Die Zuschreibungen stehen im Gegensatz zu vielen Ergebnissen der Genderforschung. Einige ihrer Ergebnisse verweisen auf eine faktische anthropologische Offenheit des Menschen. Von dieser Position ausgehend, werden teilweise obige Zuschreibungen kritisiert: Sie verletzten die menschliche Würde sowohl von Frauen, als auch von Männern.

Solche Probleme verschärfen sich in einer Gesellschaft mit einer höheren Bewertung von Eigenschaften, die Männlichkeit zugeschrieben werden, gegenüber Eigenschaften, die Weiblichkeit zugeschrieben werden. Wenn diese sexistische Bewertungsproblematik dazu führt, dass "Männlichkeit" zum Maßstab erhoben und "Weiblichkeit" zur Abweichung gegenüber solcher Norm wird, wird in den Genderforschung von androzentrischen Geschlechterverhältnissen gesprochen.

Mode, Jugendkulturen, Werbung, Filme und andere Medien bieten immer wieder neue Männlichkeitsbilder und -ideale an und verstärken, variieren oder relativieren damit diese Zuschreibungen. Beispiele: Easy Rider (Film), Terminator (Film), Mythos Cowboy (Westernromane, Film, Mode), der Marlboro Man der Werbung - aber auch als Relativierung der Hippie u.a.m.

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