Männliche ProstitutionAls männliche Prostitution bezeichnet man die Ausübung sexueller Handlungen durch einen Mann gegen Entgelt. Zu unterscheiden ist:
Genauere Unterteilungen und BegriffeMännliche Prostituierte unterscheiden sich erheblich in sozialem Status und Hintergrund. Die Mehrzahl von ihnen ist heterosexuell, befriedigt aber die Bedürfnisse einer homosexuellen, männlichen Kundschaft. Grob kann man folgende Unterteilungen vornehmen: StricherEin Stricher (von Strich, Ort der Anbahnung von Prostitution ) oder altertümlich auch Fugenjunge (bsp. in den Werken von Heinrich Zille) ist ein jugendlicher oder erwachsener männlicher Prostituierter, der auf das Angebot reagiert, an sich oder an Männern gegen materielle oder immaterielle Dinge erotische und/oder sexuelle Interaktionen vorzunehmen oder vornehmen zu lassen oder aufgrund seiner Lebensumstände selbst diese Angebote macht. Stricher unterscheiden sich von Callboys vor allem durch ein weit weniger ausgeprägtes professionelles Bewusstsein, Prostituierter zu sein. Dieses Verhalten bringt häufiger Probleme wie Drogenmissbrauch oder Sucht (z. B. Spielsucht) mit sich. Zudem sind Stricher sehr viel jünger als Callboys, die Altersspanne reicht in der Regel von 14-25 Jahren. Viele Stricher haben Komplementärprobleme wie Migration, Coming-out , Obdach- und Wohnungslosigkeit, mangelhafte ärztliche Versorgung oder Verschuldung, was zusätzliche psychische Probleme mit sich bringen kann. Straßen- und Bahnhofsstrich haben gegenüber den Orten, an denen Callboys arbeiten, einige Vorteile für den Stricher: Er ist weder an Öffnungszeiten gebunden, noch muss er einen Teil seines erlösten Geldes abführen, wie das im House of Boys der Fall ist. Er braucht auch keine eigene Wohnung plus Telefon, wie das für selbstständige Callboys der Fall ist. Außerdem kann er Freier leichter ablehnen als Callboys das können. Nicht immer werden die Dienste der Stricher mit Bargeld bezahlt, sondern auch mit Drogen oder anderen immateriellen Dingen aller Art oder der Gewährung einer Unterkunft für die Nacht. Beratungsstellen versuchen zur Vermeidung von HIV-Infektionen, bei Strichern das nötige Bewusstsein für Safer Sex zu erzeugen, und empfehlen die Benutzung von Kondomen. GigoloAls Gigolo (von frz. gigoter , "die Schenkel bewegen, tanzen") bezeichnete man im Deutschen hauptsächlich in den 1920er-Jahren einen gewandten Tänzer und Unterhalter mit guten Manieren für allein ausgehende Damen (vgl. Eintänzer). Die Bezeichnung war eher abschätzig, aber nicht unbedingt im Zusammenhang mit Prostitution gemeint. Der Gigolo wurde im zeitgenössischen sentimentalen Erfolgsschlager Schöner Gigolo, armer Gigolo besungen (siehe auch: Schöner Gigolo, armer Gigolo , D 1978; Film mit David Bowie). Besonders das Hotel Adlon in Berlin war in den Jahren zwischen den Weltkriegen für seine Gigolos weltbekannt. Im angelsächsischen Sprachgebrauch meint Gigolo dagegen einen männlichen Prostituierten. Im übertragenen Sinne kann mit Gigolo auch ein Angeber oder eitler Frauenheld gemeint sein, der finanzielle Interessen hat. Die feminisierte Form Gigolette wird nur spöttisch bei homosexuellen Gigolos angewandt. In Deutschland wird der Begriff kaum noch verwendet; vereinzelt bezeichnen sich junge Männer, die ihre Dienstleistungen (auch) Frauen gegenüber z. B. in Tanzcafés bei Damenwahl anbieten, als Gigolos. CallboyDer Callboy (eng. call , "anrufen", und boy , "Junge") ist eine relativ moderne Erscheinung, welcher mit Erfindung und Nutzung des Telefons und in neuester Zeit mit Nutzung des Internets zeitgleich mit der zunehmenden gesellschaftlichen Positionierung von sexuell selbstbewussten gutsituierten Frauen und Homosexuellen angeblich an Präsenz gewonnen hat. Vorwiegend mobil, lassen sie sich in Hotels oder Privatwohnungen "rufen", zunehmend bieten sie ihre Dienste auch in eigenen Räumen oder in "Houses of Boys" an. Die meisten Callboys bieten ihre Dienste homosexuellen Männern an, die wenigsten sind ausschließlich auf Frauen spezialisiert. Dies liegt daran, dass es kaum Frauen gibt, die einen Callboy rufen. Nach der Neuen Zürcher Zeitung vom 8. Mai 2006 genügt ein Blick in den Anzeigenteil einschlägiger Zeitungen: Auf Dutzende von "Vollblutfrauen", "Nymphchen" und "gierigen Susis" kommt ein einziges, trockenes Angebot eines Callboys: "Er verwöhnt Sie im Hotel oder zu Hause [...]". Das klingt nicht nach einer Vollzeitstelle. In der Tat handelt es sich bei der gängigen, überwiegend durch Spiel- und TV-Filme geförderten Vorstellung, dass es zahlreiche Callboys gibt, die Frauen verwöhnen, um einen Mythos. Die meisten Callboys sind homo- oder heterosexuelle Männer, die homosexuelle Männer bedienen. Und die wenigen anderen heterosexuellen Männer, die Anzeigen für Frauen schalten, suchen neben ihrem wenig einträglichen Hauptjob nach einem Nebenverdienst, sind also keine "Profis" im Frauenverwöhnen. Der Berliner Tagesspiegel vom 3. Januar 2007 berichtete unter dem Titel "Arm, aber nicht sexy ": Nach dem American Gigolo, wie ihn Hollywood erfand, muss man lange suchen - und meist vergeblich. [...] Zu haben sind solche Herren ihren Homepages zufolge ab zwei Stunden, für eine Nacht oder als Reisebegleiter für ein paar Wochen - 150 Euro pro Stunde, über 1.000 für einen Tag. Zahlung cash im Briefumschlag zu Beginn des Treffens. Doch es bleibt bei der automatischen Eingangsbestätigung der Online-Buchung, telefonische Nachfragen enden auf der Mailbox. 'Die meisten "Begleitagenturen ", die derartige Dienste anbieten, können in Berlin nicht überleben, erklärt Ralf Rötten, Sozialpädagoge und Callboy-Berater bei Subway Berlin, einer vom Senat geförderten Einrichtung. Die Nachfragen sind zu gering. Zudem entsprechen die realen Callboys nicht dem medienvermittelten Bild des niveauvollen Gentleman, den Frauen attraktiv finden. So schreibt eine Reporterin des Tagesspiegels: Nach Abzug aller Männer, die laut Kleinanzeige Paare beglücken, als Sklaven dienen oder erotisch massieren, blieben nur drei übrig, die Frauen im klassischen Sinne beehren. Zwei schieden schon nach dem Telefongespräch aus: Der mit dem Drachen auf der Brust und der mit blondiertem Haar und weißen Turnschuhen Nach den Schätzungen von Ralf Rötten arbeiten etwa 600 Callboys in Berlin, davon nur acht bis zwölf ausschließlich für Frauen. ''Die wenigsten wissen, wie sie es überhaupt anfangen sollen. Wie sie zum Beispiel eine Anzeige formulieren können, damit sie Frauen anspricht.[...] Welche Frau will schon den ?Kerl, der sich um vernachlässigte Damen kümmert' oder den ?süßen Schoko-Kuschelbär, überall XXL'?'' Ein Boulevard-Reporter der B.Z. Berlin wollte ebenfalls herausfinden, welche Frauen Callboys aufsuchen, und schaltete folgende Anzeige: "Gentleman, 30, groß, sportlich, gepflegt, mit Niveau, verwöhnt die anspruchsvolle Dame." (Handynummer) Doch die erwartete Reaktion der Frauen blieb aus. Das Fazit des Reports: Die erfolgreiche Business-Lady, die nach einem harten Arbeitstag einen Mann kauft, der sie aus ihrem Jil-Sander-Kostüm befreit und ihr den Zapfenstreich im Fünf-Sterne-Zimmer versüßt, ist ein Mythos. Siehe auchLiteraturWeblinksVerwandte ThemenIndex: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Männliche Prostitution" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=M%E4nnliche+Prostitution&action=history
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