Männer wie wir

Männer wie wir ist eine Sportkomödie/Romantikkomödie der deutsch-amerikanischen Regisseurin Sherry Hormann aus dem Jahre 2004 über einen Torwart, welcher ein schwules Fußballteam zusammenstellt um gegen sein Ex-Team zu spielen, welches ihn aus Homophobie gefeuert hat.

Handlung

Ecki lebt mit seinen Eltern, welche eine Bäckerei betreiben, in Boldrup, einem kleinen Dorf im Münsterland. Er ist seit seiner Kindheit ein begeisterter Fußballer und steht im Tor.

In einem entscheidenden Meisterschaftsspiel hält er einen Elfmeter nicht und verhindert so den Aufstieg in die Regionalliga. Die Fans und die Spieler sind zwar enttäuscht, aber es wird trotzdem gefeiert. Ein Teamkollege beobachtet wie Ecki einen anderen Mann auf den Mund küsst und auch gegenüber seinen Eltern outet er sich ein wenig unfreiwillig.

Am nächsten Tag wird er unter anderem mit den Worten: "Fußball ist Krieg, und in den Krieg ziehen nur Männer" aus dem Team geworfen. Aus Trotz, um seine Ehre als Fußballer zu verteidigen und um zu zeigen, dass auch Schwule Fußball spielen können, kündigt Ecki dem FC Boldrup innerhalb von 4 Wochen eine Revanche mit einem schwulen Fußballteam an, obwohl er noch gar keine Mannschaft zur Verfügung hat. Also macht er sich auf nach Dortmund, um Mitglieder für sein Team zu finden. Von seiner dort lebenden Schwester Susanne wird er dabei unterstützt. Von den Fans seines Lieblingsclubs Borussia Dortmund erntet er Unverständnis. Spieler findet er dann an Orten wie einem Dönerstand und der Lederbar Stahlrohr Zu den größten Hoffnungen zählen die beiden Brasilianer Ronaldo und Ronaldinho und der eigentlich heterosexuelle Buchhändler Klaus, welcher inkognito mitmachen darf. In Karl, dem ehemaligen Linksaußen des BVB, der seine Fußballkarriere beendete, als ihm ein ähnliches Mißgeschick wie Ecki passierte, findet die Truppe zunächst einen zynischen Skeptiker, der sich dann aber selbst zum Trainer erklärt. In der Zwischenzeit kann Ecki das Herz seines Traumboys Sven gewinnen, der sein erster Freund wird.

Nach einem unvermuteten Zusammentreffen der Lattenknaller mit dem FC Boldrup wollen alle das Turnier sausen lassen. Letztendlich gelangen sie aber doch zur Überzeugung beim Spiel anzutreten. Am Anfang des Spiels schaut es für Eckis Team nicht gut aus, aber letztendlich gewinnen sie, indem sie die Homophobie der Boldruper gegen sie selbst einsetzen.

Kritiken

  • Dirk Jung von Redaktion Dirk Jung : Die Komödie von Sherry Hormann ("Irren ist männlich") bedient sich liebevoll Klischees, über die Schwule wie Heteros, Männer wie Frauen, Erwachsene wie Kinder und Fußballfans wie auch an Fußball Desinteressierte lachen können. Die Gruppe, auf deren Kosten sich amüsiert werden darf, variiert im Film je nach Situation. [..] Auf der Webseite von Borussia Dortmund wurde mit einem Gewinnspiel für diesen Film geworben: Ein temporeiches Feel-Good-Movie voller Situationskomik und Dialogwitz, in dem mit uralten Klischees respektlos und humorvoll jongliert wird.
  • Prisma TV-Guide : Mit ihrer Coming-Out-Komödie erzählt sie immerhin eine witzige Story, die nicht die üblichen Klischees runterleiert, sondern meist gefühlvoll die Probleme des jungen Protagonisten schildert und mit vielen witzigen Details am Rande überzeugt. Besonders gut: Dietmar Bär als Vater und Dorfbäcker.
  • Rainbow.Online : Regisseurin Sherry Hormann schuf mit "Männer wie wir" einen Film über Respekt, Zusammenhalt und Fußball und spielt dabei mit den herrschenden Klischees des Schwulseins und des Ballsports. [...] "Männer wie wir" beschäftigt sich nicht nur mit schwulem Fußball. Vielmehr handelt er von dem ganz normalen Leben, der Liebe und dem ständigen Kampf gegen Vorurteile und seinem eigenen Schweinehund.
  • New-Video : Auweh! Eine Frau als Regisseur, die einen Film über schwule Fußballer dreht - Südkurvenfeste Fußballfans und politisch korrekte Klemmschwestern werden hier bitter enttäuscht: Mit erfrischender Leichtigkeit und anmaßendem Unernst wird das Tabuthema unverkniffen und amüsant angegangen. Gängige Klischees werden genüsslich konterkariert, und die Darsteller überzeugen auch in den pikanten Szenen, derer einige homoerotische allerdings dem breiten Publikum zuliebe zum Opfer fielen. Für Filmfreunde jeglichen Genders und Genres dennoch zu empfehlen.
  • critic.de : Rochus Wolff: Obwohl Männer wie wir so vermeintlich schwule Eigenheiten zur Belustigung ausstellt, sympathisiert er doch spürbar mit seinen Protagonisten und macht nicht zuletzt die Schwulenfeindlichkeit, die der Bevölkerung von Boldrup in die Dialoge gelegt wurde, lächerlich. Nur konnte sich Regisseurin Sherry Hormann anscheinend nicht ganz entscheiden, ob sie die Schwulen nun ganz ernst nehmen oder doch als Witzfiguren ausstellen soll. // Als Coming-Out-Geschichte jedenfalls kann der Film nicht überzeugen, dafür sind - sieht man einmal von Dietmar Bär als Eckis Vater ab - die damit verbundenen Zweifel und Probleme immer nur zu sehr behauptet, nicht gezeigt. [..] Aber wir haben es mit einer Komödie zu tun, und als solche ist Männer wie wir ein durchaus unterhaltsamer Film.

Auszeichnungen

Weitere Filmdaten

Siehe auch

Weblinks

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