Lust

Lust ist eine intensive, angenehme Weise des Erlebens, die sich auf unterschiedlichen Ebenen der Wahrnehmung zeigen kann, zum Beispiel beim Essen, vor allem aber als Bestandteil des sexuellen Erlebens.

Bewusstsein und Lust

Die Anziehungsqualität der Lust zeigt sich darin, dass sie in direkter Erfahrung von jedermann gewollt wird, dabei aber nicht wahllos erreicht werden kann sondern bestimmten Gesetzmäßigkeiten unterliegt, die u.a. von Freuds Theorie des Lustprinzips erörtert werden. Lust wird von gesunden Wesen nur partiell und dann auch nur unter der Voraussetzung abgelehnt, dass ihnen Gründe bewusst werden, die schwere Nachteile zur Folge hätten, würde nicht auf die Befriedigung des jeweils aktuellen Bedürfnisses verzichtet.

Lust als Perversion

Eine vom Gesunden gänzlich abweichende Form von Lust findet sich bei den sogenannten "Ersatzbedürfnissen" - z. B. den fälschlich so genannten "Lustmorden". Sie stehen zwar im Zusammenhang mit der Attraktion erotischer Begierden. Zum Mord kommt es jedoch nicht etwa aus Lust, sondern infolge ihrer Pervertierung, wahrscheinlich Panik, in die der Mörder innerlich gerät, weil sein gesund angeborenes Lustempfinden während frühester Kindheit psychisch schwer traumatisiert wurde - als Frauenmörder und Vergewaltiger wahrscheinlich von der Mutter. (Siehe hierzu Alfred Hitchcocks Film Psycho) . Auch hier kann freilich die Bewusstwerdung nachteiliger Konsequenzen solcher Taten zur vollbewussten Bezähmung oder einstweiliger Verschiebung führen. Nämliches bei anderen Ersatzbedürfnissen, deren Folgen außerhalb der unmittelbaren attraktiven Erfahrung liegen - z. B. nach Heroinkonsum, wenn der Konsument die erlebten Lustgefühle, die an die umfassend wohlige Totalgeborgenheit innerhalb des Mutterleibes erinnern, abwägt gegen die Gesundheitsschäden durch den Konsum. Anderes Extrem-Beispiel: ein 'genussvoll' geplanter Atomkrieg wird nicht ausgeführt, weil er den Weltuntergang herbeiführen kann. (Vgl. Stanley Kubricks Film ).

Selbstevidenz der Lust

Philosophisch gesehen ist Lust bei den meisten Denkern "in-sich-selbst-wertvoll". Daher spielt sie eine bedeutende Rolle in den verschiedenen Trieb- und Bedürfnislehren (s. a. Motivation, einschließlich deren Theorien über den Vorgang der Bewertung von Erfahrungen und/oder 'nur' Gedanken. Bereits in der antiken Philosophie wurde der Lust (und Vermeidung von Unlust) ein hoher Stellenwert beigemessen (siehe u. a. Platon, Symposion , und Epikurs Garten). Das Angenehmsein der Lust zeigt sich unmittelbar, anschaulich und emotionell nachvollziehbar auch ohne jegliches Verständnis ihrer Ziele. ( - Man isst nicht eigentlich zwecks Anhebung des Zuckerpegels, sondern aus Lust; nicht die Fortpflanzung ist ein Grundbedürfnis, sondern die in der Begattung empfundene Lust. ) Lustgefühle sind im weiteren Sinne eine 'sich selbst generierende' Erlebnisweise und die körperlichen grundverschieden von denen der ästhetischen Sinneswahrnehmung und denen der sich unmittelbar im Geiste entwickelnden Gedanken, Vorstellungen und logischen Empfindungen. Das Gefühl der körperlich erlebten Lust kann sich aber mit allen denkbaren Arten sowohl der Wahrnehmung als auch der rein gedanklichen Logik verbinden und zu deren "Gefühlseinfärbung" führen. Fehlt die Fähigkeit zu diesen variablen Einfärbungen, die dem Erleben der Lust Gestalt geben, ist dies ein Anzeichen für die Erkrankung an Depression.

Dem Gegenteil von Lust - der Unlust - entsprechen dieselben Charakteristika in entgegengesetzter Erlebnisqualität: Unlust wird für sich selbst gesehen als negativ erfahren und daher gemieden. Darüber hinaus hat Unlust, wie alle von ihr bedingten negativen Gefühle (Schmerz, Trauer, Angst usw.), eine wichtige Funktion innerhalb unserer Motivationen: ihr sind stets Hinweise auf körperliche, seelische oder anderweitige Probleme immanent.

Psychologische Theorie von Freud

Literatur und Kunst

Siehe auch

Weblinks

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