Liebeskummer

Liebeskummer bezeichnet umgangssprachlich das Syndrom zurückgewiesener oder unerfüllbarer Liebe und umfasst sowohl körperliche als auch geistige Symptome.

Fast alle Menschen erleiden ein- oder mehrmals in ihrem Leben Liebeskummer. Dies ist für gewöhnlich harmlos, kann aber auch je nach Persönlichkeit zu schweren körperlichen Erkrankungen, Suizid oder Mord führen. In der Psychiatrie wird der Liebeskummer dennoch seltener zur Kenntnis genommen (vergleiche etwa Beziehungswahn oder Beziehungssucht).

Ursachen und Folgen

Liebeskummer entsteht häufig durch Verlust oder Trennung von Menschen, zu denen eine emotionale Bindung bestand. Eine weitere Form des Liebeskummers ist die Sehnsucht oder Eifersucht zu einer Frau oder einem Mann , in die/den man sich trotz bestehender Beziehung verliebt hat. Auch in Fällen, in denen es nicht zu einer Bindung zwischen Menschen kommt, diese aber von mindestens einem der Betroffenen gewünscht ist, kann es zu Liebeskummer kommen. Beispiel hierfür wäre, dass ein verliebter , aber schüchterner Mensch sich nicht traut, den anderen daraufhin anzusprechen. Der daraus entstehende Kummer kann zu psychischen Schäden wie zum Beispiel Stalking führen, die einer Behandlung oder einer Therapie bedürfen.

Liebeskummer kann aber ebenso auch durch die unerfüllte Liebe eines Kindes zu dessen Eltern oder Geschwistern hervorgerufen werden.

In Folge des Liebeskummers wird oft das rationale Handeln eines Menschen abgeschaltet, er neigt zu für Außenstehende unbegreiflichem Verhalten wie der totalen Hingabe, Selbstaufgabe und Opferbereitschaft aber auch Gewalt. Wie realistisch die eines an Liebeskummer Leidenden angestrebte Verbindung mit dem von ihm geliebten Menschen ist, kann dabei irrelevant sein, denn die Liebe kann Bildungs- und soziale Schranken, Alter und Vermögen völlig unbeachtet lassen.

Symptome

Die Reaktion der Menschen auf den Verlust der Liebe eines Mitmenschen oder auf eine von vornherein unerfüllte Sehnsucht ist sehr verschieden und kann von leichten Formen mit relativ kurzer Dauer bis hin zu langer und schwerster Verzweiflung reichen.

Die folgenden Symptome können dabei auftreten:

  • psychosomatische Beschwerden (beispielsweise Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, innere Unruhe, Kreislaufprobleme, Konzentrationsprobleme, Schlaflosigkeit)
  • Probleme im Alltag (Schule, Beruf)
  • das Interesse an sozialen Kontakten zu anderen Menschen sinkt, wodurch eine Abschottung erfolgt
  • Lebensfreude nimmt ab, Lustlosigkeit, Aufgabe von Lebenszielen
  • Probleme bei bestehender anderer Partnerschaft (Lügen, Trennungsgedanken, Verschleierungstaktiken)
  • gestörtes Essverhalten wie Appetitlosigkeit oder extreme Esssucht
  • Zukunftsängste, Pessimismus
  • Depressionen, seltener behandlungsbedürftige Neurosen
  • aggressives Verhalten
  • häufig vermehrter Konsum von Drogen wie Alkohol oder Nikotin, Sturz in eine Abhängigkeit
  • Suizidale Gedanken oder Handlungen

Nach einer Studie einer Forschergruppe um Naomi Eisenberger ähneln die neuronalen Muster im Gehirn bei sozialer Zurückweisung der von körperlichen Schmerzen, wie sie etwa bei Verletzungen auftreten.

Behandlung

Liebeskummer in der Literatur

Liebeskrankheit

Literatur

Weblinks

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