Laß jucken, Kumpel

Laß jucken, Kumpel ist der Titel eines deutschen Sexfilms aus dem Jahr 1972 und einer daran anschließenden Filmreihe nach dem gleichnamigen Roman von Hans Henning Claer.

Hauptdarsteller ist Michel Jacot als gutbestückter Bergbau-Arbeiter Heiner Lenz, der zahlreiche Sex-Abenteuer erlebt. Die Präsentation von Jacots großem Penis und die Attraktivität seiner barbusigen Partnerinnen sorgten für volle Kinokassen. Regie führte Franz Marischka. Handlungsort der Filme ist die Ruhrgebiets-Stadt Bergkamen.

Handlung

Die Handlung des ersten Films Laß jucken, Kumpel hat nur untergeordnete Bedeutung. Im Mittelpunkt steht das Ehepaar Lenz (Michel Jacot und Anne Graf), das sich längst auseinandergelebt hat. Lenz, ein ehemaliger Volkspolizist aus der DDR, hatte sich vor dem Mauerbau in den Westen abgesetzt und war Kumpel im Ruhrpott geworden. Wenn die anderen Kumpels auf Schicht sind, besucht er deren Ehefrauen. Auch seine Frau sucht außerhalb der Ehe auf ihre Kosten zu kommen, und Nachbarn und Bekannte wollen da nicht zurückstehen.

Weiteres

Die Rechte an dem Roman von Hans Henning Claer hatte zunächst Produzent Luggi Waldleitner erworben. Als Vorsitzender der Aktion Saubere Leinwand wollte er den Roman dann doch nicht verfilmen und verkaufte die Rechte an Gunter Otto, erwarb allerdings im Gegenzug die Auslandsrechte. Produzent Otto schrieb nicht nur den Erstentwurf des Drehbuchs, sondern fungierte auch als Kameramann.

Einige Dreharbeiten sollten in den Kohlengruben von Bochum stattfinden, doch bei den Verhandlungen mit den zuständigen Behörden stellte sich heraus, dass Claers Roman vielfach als Nestbeschmutzung empfunden wurde. So suchte man sich im oberbayerischen Penzberg einen stillgelegten Stollen. Weitere Drehorte waren Pasing, Memmingen, Kufstein, Freilassing und Ulm.

Regisseur Franz Marischka hatte die bevorstehende Verfilmung vor Journalisten zunächst als sozialkritischen Dokumentarfilm angekündigt und musste danach die enttäuschten Kinobesitzer erst wieder mit einem eindeutigen Trailer beruhigen. Die Uraufführung fand am 28. Juli 1972 statt.

Auszeichnung

Der 1972 erschienene Film lag unter den deutschen Filmen im Hinblick auf den geschäftlichen Erfolg auf Platz fünf und wurde 1973 für seinen kommerziellen Erfolg mit dem Preis Goldene Leinwand ausgezeichnet.

Kritiken

  • Heyne Filmlexikon(1996):"Potente Ruhrpott-Stenze und ständig erhitzte Weiber spielen die tragenden Rollen in diesem Bergbau-Drama nach einem Roman von Hans Henning Claer. Nicht mal der Dialekt der Akteure kann vor dem Ohr des Zuschauers bestehen."
  • Film-Dienst 1976:"Angeblich unverfälschte Schilderung typischer Alltagsgegebenheiten im Ruhrgebiet: Weithin ordinäre Pornographie, mit rüdem Jargon, der als Kumpeldialekt ausgelegt wird, unterlegt."

Filmografie

Weblinks

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