Klappe (Sex)

Klappe (österr. Loge ) ist ein umgangssprachlicher, in der schwulen Szene gebräuchlicher Begriff für eine öffentliche Toilette, die von schwulen und bisexuellen Männern aufgesucht wird, um Sex zu haben.

Klappen gehören in der homosexuellen Szene zu einer Reihe von verschiedenen gebräuchlichen Orten für schnellen, mehr oder weniger anonymen Sex (siehe Cruising ). Welche öffentlichen Toiletten als Klappe anzusehen sind und welche nicht, wird nicht offiziell festgelegt, sondern hängt vom tatsächlichen Gebrauch ab.

Als Klappe bekannte Toiletten können in Reiseführern für Schwule und ähnlichen Publikationen aufgeführt werden. Klappen sehen grundsätzlich nicht anders aus als andere Toiletten; es können allerdings Spuren des speziellen Gebrauchs zu finden sein, wie einschlägige Graffiti oder ein Glory Hole genanntes Loch zwischen Kabinen. Häufig finden sich auch Texte an den Wänden, die an Kontaktanzeigen erinnern.

Abnahme der Bedeutung der Klappen in der Schwulenkultur

Seit einiger Zeit nimmt die Bedeutung der Klappen für Schwule kontinuierlich ab. Dafür gibt es zwei Gründe: zum einen nehmen neue Möglichkeiten der sexuellen Kontaktaufnahme, besonders Kontaktportale im Internet (wie z. B. GayRomeo , GayRoyal), eine immer größere Rolle ein. Aber auch die massenhafte Schließung oder Kommerzialisierung öffentlicher Toiletten hat das Angebot an wenig genutzten Rückzugsorten reduziert. Mitte der 90er Jahre setzte sich u.a. die Polit-Tunte Ovo Maltine für den Erhalt der (Berliner) Klappen als wichtige Orte der schwulen Subkultur ein, allerdings wenig erfolgreich. Demgegenüber sind Klappen weiterhin für diejenigen versteckt lebenden, ungeouteten Männern attraktiv, die sich nicht trauen, in die Kneipen, Saunen und zu den Partys der schwulen Community zu gehen.

Weiterhin ist in Deutschland für Besitzer von Bars o. Ä. seit einigen Jahren das Unterhalten von "beruhigten Gasträumen" oder auch Darkrooms legal. Diese Möglichkeit wurde schnell als Zusatzangebot aufgenommen und wird von vielen den meistens öffentlichen Klappen bevorzugt, da sie eine gewisse Sicherheit vor sexuellen Übergriffen, Polizeikontrollen usw. bieten, überdies beheizt sind und ein größeres Platzangebot aufweisen. Andererseits sind dort aufgrund der Lichtverhältnisse Taschendiebe eher anzutreffen, und für manche fehlt ein gewisser Reiz des "Verbotenen", die durch die "Zweckentfremdung" einer Klappe entsteht.

Die größte Bedeutung hatten die Klappen in Deutschland wohl zur Zeit des Dritten Reichs und (in der BRD) in der Ära Adenauer, also in Zeiten, in denen Homosexuelle verfolgt und Homosexualität schwer bestraft wurde. Nahezu jeglicher anderer Kontaktmöglichkeiten beraubt, boten Klappen den Schwulen eine Möglichkeit sich zu treffen, zu erkennen und sexuelle Bedürfnisse auszuleben. Aber auch nach Legalisierung der Homosexualität unter Erwachsenen (1969 in der BRD) und bis in die neunziger Jahre hinein wurden Klappen von schwulen Männern gerne als Sex-Treffpunkte genutzt. Der schwule Regisseur Frank Ripploh nannte sogar seinen Erfolgsfilm Taxi zum Klo nach einer witzigen Taxi-Odyssee von einer Berliner Klappe zur nächsten.

Strafrechtliche Aspekte

Literatur

Weblinks

Siehe auch

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