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Kindfrau: Fiktion und Realität

Kindfrau ist ursprünglich kein Begriff für reale Personen, sondern es handelte sich um Figuren in Romanen, die meist überspitzt dargestellt wurden. Anzunehmen ist sogar, dass die Idee einer Kindfrau am mythologischen Bild der Nymphe orientiert ist.

Zwar gibt es Frauen, deren kindliche Körpermerkmale in besonderer Weise erhalten bleiben, und bei frühreifen Mädchen tritt oft eine Überlagerung der jeweils kindlichen und reifen Merkmale auf, doch finden sich Kindfrauen vor allem als Produkte geschickter Darstellung von Frauen oder Mädchen in verschiedenen Medien.

Kindfrauen in den modernen Medien

Im Medium Roman brauchte es lediglich die Phantasie des Autors, der die Kindfrau schuf. Ob sich der Leser die Effi Briest als junge, aber erwachsene Frau oder als mädchenhaft vorstellte, blieb jedem selbst überlassen.

Im Zeitalter des Fernsehens ist es jedoch nötig, dass konkrete Personen präsentiert werden. Es kommt zu einer regelrechten Vermarktung von Frauen und Mädchen, die auf lolitahaftes Verhalten trainiert und mit den Mitteln von Kosmetik, Photographie und Film entsprechend dargestellt werden. Der Begriff Lolita verdrängt hier zunehmend den der Kindfrau.

Zurück zur - inzwischen noch überzogeneren - Fiktion geht der Lolitakult im Rahmen der Lolicon-Kunst in Japan.

Lolitamacher und ihre Modelle

Zu den Organisatoren, die gezielt jungen Frauen und Mädchen das Image einer Kindfrau/Lolita verschaffen, zählen unter anderen Jacques Bourboulon und David Hamilton.

In Lolita-Rollen begannen einige Jungschauspielerinnen und Fotomodelle in den 1970er Jahren ihre Karriere, unter anderem Nastassja Kinski, Eva Ionesco, Lara Wendel, Anja Schüte und Brooke Shields. Überhaupt gelten in der 60er und während der 70er Jahre Kindfrau und besonders schlanke Models als attraktiv. Siehe dazu Twiggy.

Mode und Folgen

Ein Zusammenhang von Mode, oder vielmehr dem Alter und der Figur der Models, und einem vermehrten Auftreten von Pädophilie kann zwar nicht ausgeschlossen werden, aber auch nicht bewiesen werden. Kritiker behaupten allerdings, dass das wellenhafte Auftreten von kinderpornografischen Schriften in den 80er und zur Jahrtausendwende die gesellschaftliche Reaktion einer Subkultur sei, die immerzu auftrete, wenn kindfrauliche Models von der Bildfläche verschwinden. Das würde eine zeitversetzte Reaktion suggerieren: Immer wenn die Mode von Kindfrauen zu fraulichen Models umschlüge, würde sich Pädophile auf anderen Wegen versorgen. Dies ist aber höchst umstritten, da es kaum wissenschaftliche Erhebungen dazu gibt. Modernisierungen in den Medien wie das Video oder das Internet können zumindest einen genauso großen Einfluß darauf haben. Die Suchworte "Teenie" oder, im Zusammenhang mit sexuellen Interessen, "Teensex", führen im Internet zu aberwitzig vielen Treffern.

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