Ketuba

Ketuba ist der schriftlich niedergelegte jüdische Ehevertrag . Er wird in aramäischer Sprache verfasst und von zwei Zeugen unterschrieben.

Im orthodoxen Judentum definiert die Ketuba die Verpflichtung des Ehemanns gegenüber seiner Gattin. Er verpflichtet sich damit, ihr Unterstützung, Ernährung, gesundes Leben und Freude zu sichern. Die Ketuba regelt auch die finanzielle Absicherung der Frau im Falle einer Scheidung oder dem Tod des Mannes. Für die Frau sind in der Ketuba keine Pflichten festgelegt.

Der Text der orthodoxen Ketuba, aus dem Aramäischen übersetzt, lautet in etwa: In einigen Gegenden fügen auch Bräutigam und Braut Ihre Unterschriften bei.

Diese Form der Ketuba wird jedoch nur im orthodoxen Judentum verwendet. Die Mehrheit der Juden in Nordamerika und eine bedeutende Minderheit der Juden in Europa und Israel praktizieren Formen des progressiven (oder liberalen) Judentums. In diesen Denominationen dient die Ketuba den Partnern vor allem als feierliche Erklärung ihrer Liebe für einander und ihrer gegenseitigen Versprechen und Verpflichtungen. Dies schließt in der Regel auch einen angemessenen Beitrag zum Lebensunterhalt ein, doch nehmen beide Partner gleichermaßen diese Verpflichtung auf sich. Morgengabe und Mitgift kommen dabei nicht vor. Viele nicht-orthodoxe Ketubot schließen auch einen Passus ein, in dem sich der Bräutigam verpflichtet, seiner Frau auf Verlangen die Scheidung zu gewähren. Weil viele Juden Angehörige anderer Religionen heiraten, gibt es auch Ketuba-Texte für solche gemischtreligiösen Eheschließungen. Dasselbe gilt für die wachsende Zahl gleichgeschlechtlicher jüdischer Partnerschaften, die in einer religiösen Zeremonie besiegelt werden und für die es ebenfalls Ketubot gibt. Nicht-orthodoxe Ketubot sind nicht einfach eine Formalität, sondern dienen dem Paar als eine Art feierliches "mission statement" ihrer Ehe . Entsprechend viel Sorgfalt wird auf die Formulierung verwendet. Dass die Ketuba von Kalligraphen geschrieben und von darauf spezialisierten Künstlern aufwendig gestaltet wird, gehört zu der jüdischen Tradition des chidur mizvah, also der "Verschönerung" einer religiösen Verpflichtung. Viele Paare lassen ihre Ketuba rahmen und hängen sie zu Hause an einem Ehrenplatz auf. (S.a. Anita Diamant: The New Jewish Wedding. 2. Auflage, New York: Fireside, 2001)

Weblinks

Verwandte Themen

Index: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Ketuba" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ketuba&action=history