Kaiserstraße (Frankfurt)

Die Kaiserstraße in Frankfurt am Main stellt die kürzeste Straßenverbindung zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt dar.

Lage und Verlauf

Die Kaiserstraße verläuft durch das Banken- und Bahnhofsviertel. Sie beginnt am Roßmarkt, nahe der Hauptwache und endet im so genannten Kaisersack am Bahnhofsplatz gegenüber dem Hauptbahnhof. Dabei quert sie den Kaiserplatz, die Gallusanlage und führt an der Europäischen Zentralbank vorbei.

Entstehung und Geschichte

Die obere Kaiserstraße zwischen Roßmarkt und Taunusanlage entstand 1874. Schon damals war sie die Hauptachse zum damals bedeutendsten Eisenbahnknoten Frankfurts, den Westbahnhöfen. Dort endeten die Taunus-Eisenbahn, die Main-Neckar-Bahn und die Main-Weser-Bahn. Diese Anlagen wurden 1888 durch den Hauptbahnhof, ca. einen Kilometer weiter westlich gelegen, ersetzt. Das ehemalige Gleisvorfeld der Westbahnhöfe zwischen diesem und dem neuen Hauptbahnhof, wurde als neuer Stadtteil gewonnen. So entstand das Bahnhofsviertel, dessen zentrale Achse die Kaiserstraße ist. Daher stammen die meisten Häuser der Straße aus der Gründerzeit vom Ende des 19. Jahrhunderts. Teilweise wurden oder werden sie saniert. ,,,

Von 1947 bis 1955 hieß die Straße Friedrich-Ebert-Straße . In einer Nacht und Nebel-Aktion haben Aktive der Frankfurt-Leipziger Burschenschaft Arminia alle Straßenschilder mit dem ursprünglichen Namen überklebt und die Presse informiert. Darauf forderten auch die Anwohner und ganz Frankfurt den alten Namen zurück.

An der Ecke Gallusanlage/Kaiserstraße entstand das Gallileo-Hochhaus, in dessen Tiefgeschoss sich das English Theatre befindet.

Heutige Situation

Die Kaiserstraße ist nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und der Zerstörungswelle gegen Bauten des Historismus in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine der letzten verbliebenen Prachtstraßen Frankfurts.

Sie wird häufig als Teil des Frankfurter Rotlichtviertels angesehen. Dies gilt aber nur für den Teil nahe dem Hauptbahnhof und auch hier sind Rotlichtbetriebe selten geworden. Innenstadtnäher gibt es keine Pornokinos und Billigläden mehr, dafür desto mehr Cafés und Juweliere.

Ein anderer Teil der Kaiserstraße verfiel jedoch über Jahre, weil Immobilienspekulanten auf eine Ausweisung als Büroraum setzen. Auch zwei Gebäude aus der Konkursmasse des Immobilienentwicklers Jürgen Schneider, die heute Banken gehören, verkamen zusehends. Angestoßen durch ein Fördererprogramm der Stadt in Höhe von 10 Millionen Euro werden zur Zeit zahlreiche Häuser im Viertel und entlang der Kaiserstraße saniert. Auch die beiden Häuser aus der Schneiderschen Konkursmasse werden zur Zeit saniert.

In der dem Bahnhof zugewandte Seite gibt es vor allem in den Seitenstraßen zahlreiche Bordelle und Tabledance-Bars. Viele Obdachlose und Drogenabhängige halten sich hier auf. Der Versuch, durch eine Änderung der Sperrbezirksverordnung die Prostitution und die offene Drogenszene aus dem Bahnhofsviertel zu verdrängen, scheiterte in den achtziger Jahren an politischen Widerständen.

Verwandte Themen

Index: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Kaiserstraße (Frankfurt)" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren über folgende Adresse verfügbar: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kaiserstra%DFe+%28Frankfurt%29&action=history