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Jungfrau: Bedeutung in den Religionen

Babylon

In der babylonischen Kultur galt die Göttin Ischtar als eine Jungfrau und eine Hure zugleich. Die Tempelpriesterinnen galten als Jungfrauen, auch wenn sie schon mehrere Kinder hatten. Diese Kinder nannte man die Jungfrau-geborenen.

Griechenland und Rom

In vielen Religionen spielt die Jungfräulichkeit eine wichtige Rolle. Zum Beispiel sind in der griechischen Mythologie die Göttinnen Athene, Artemis und Hestia Jungfrauen. Der Gott Mithras ist nach der mithraistischen Überlieferung von einer Jungfrau geboren worden.

Die Jungfräulichkeit war in der römischen Antike (vgl. Vestalin) religiös geschützt und hoch bewertet.

Hinduismus

Auch der Hinduismus achtet die Jungfräulichkeit als hohen Wert, stellt ihre Verletzung aber nicht unter religiös motivierte Strafen wie Christentum und Islam.

Christentum

In vielen christlichen Kirchen wurde und wird gelehrt, dass Geschlechtsverkehr nur in der Ehe mit dem Ehepartner erlaubt ist. Außerdem gibt es das Glaubensdogma, wonach Maria, die Mutter Jesu, diesen ohne Beteiligung eines männlichen Sexualpartners durch den Heiligen Geist empfangen hat. Wegen der jungfräulichen Geburt von Jesus von Nazaret durch Maria wird diese auch die heilige Jungfrau genannt. Das Dogma der Jungfrauengeburt ist nicht zu verwechseln mit dem der Unbefleckten Empfängnis. Letzteres besagt, dass Maria unbefleckt, also ohne Erbsünde im Schoß ihrer Mutter Anna empfangen wurde.

Die römisch-katholische Kirche kennt den Ritus der Jungfrauenweihe, die sowohl weiblichen Angehörigen monastischer Gemeinschaften als auch Frauen, "die in der Welt leben" gespendet werden kann.

Islam

Der Koran verbietet außerehelichen Geschlechtsverkehr in Sure 17, 32, aber der Islam kennt das Scheiden einer Ehe und Wiederverheiraten und erkennt an, dass bei einer Wiederverheiratung keine Jungfräulichkeit besteht. Der Unterschied zwischen biologischer und gesellschaftlicher Jungfräulichkeit kann bei muslimischen Bräuten zum Problem werden, wenn durch eine mangelnde Blutung in der Hochzeitsnacht, ausgelöst durch eine Verletzung des Jungfernhäutchens bei Selbstbefriedigung, Sport oder ähnlicher Bewegung, vorehelicher Geschlechtsverkehr angenommen wird, und im islamischen Verständnis die Ehe annulliert werden kann.

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