Josefine Mutzenbacher

Josefine Mutzenbacher ist der Name einer vermutlich fiktiven Wiener Prostituierten, die ihr eigenes, überwiegend erotisches Leben erzählt. Diese Memoiren sind unter dem Titel Josefine Mutzenbacher. Die Geschichte einer Wienerischen Dirne . Von ihr selbst erzählt erstmals 1906 in kleiner Auflage in Wien bei dem ungenannten Erotika-Verleger Fritz Freund auf Subskriptionsbasis erschienen, um die damalige Zensur zu umgehen.

Dieser Roman gilt seit seinem Erscheinen als ein Meisterstück erotischer Literatur, fand aber erst in den 1970er Jahren in Deutschland größere Verbreitung. Der Autor des Romans ist unbekannt, das Buch wird aber dem österreichisch-ungarischen Schriftsteller Felix Salten (Bambi) zugeschrieben. Es war der Satiriker Karl Kraus, der die provozierende Bemerkung zur Urheberschaft Felix Saltens in die Welt setzte, Salten selbst hat sich zu der Behauptung nie geäußert.

Da weder Autor noch Verleger wagten, Ansprüche auf Urheberschutz geltend zu machen, erschienen schon bald Neudrucke, Neuschöpfungen, und sogar mindestens zwei Fortsetzungen unter dem Namen Josefine Mutzenbacher , die mal mehr, mal weniger obszön ausfielen. Das Original gilt laut Oswald Wiener als der wohl einzige deutsche pornographische Roman von Weltrang , der Teil 2 gilt als erheblich abfallend , der Teil 3 als uninteressant (zumindest für den Sprachliebhaber).

Inhalt

In dem Werk erzählt die Protagonistin, die gealterte Prostituierte Mutzenbacher aus ihrer Kindheit. Josefine erzählt, wie ein Bettgeher sie als fünfjährige auf den Schoß nimmt und ihr das Röckchen aufhebt, beschreibt weiter, wie sie von anderen Kindern bei diversen "Vater und Mutter"-Spielchen aufgeklärt wird und was die Nachbarin am Dachboden so treibt. Am Ende des Buchs ist Josefine dann etwa vierzehn Jahre alt und sammelt ihre ersten Erfahrungen als Prostituierte. Josefine macht ihre Erfahrungen frei von Zwang und Gewalt und deckt die Scheinmoral der Gesellschaft auf; nach Ansicht von Kritikern verleihen die anreißerische, kein Detail auslassende Darstellung der geschilderten Erlebnisse dem Werk allerdings den Charakter von Kinderpornografie .

Ob Josefine Mutzenbacher fiktiv ist oder auf einem realen Vorbild beruht, ist umstritten. In einigen Buchausgaben wird gesagt, es habe eine reale Josefine Mutzenbacher gegeben, die in den 1850er Jahren in der Wiener Vorstadt Hernals geboren worden sei und es mit Prostitution zu Wohlstand gebracht habe; genauere Quellen werden aber nicht genannt.

Rechtliche Beurteilung in Deutschland

Fortsetzungen

Verfilmungen

Literatur

Weblinks

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